Zoo-Teufel: Christian Ulmens unerträgliche Zeit vor zwei Jahrzehnten

Im Jahr 2005 veröffentlichte Henryk M. Broder in der Zeitschrift „Spiegel“ eine Analyse über die Karriere des TV-Moderators Christian Ulmen, der damals durch einen umstrittenen Fall mit Collien Fernandes im Rampenlicht stand. Der Artikel trug den Titel „Der ist aus dem Zoo“.

Ein zentraler Ausschnitt lautete: „Seine Partnerin wird ständig als ‚Mäuschen‘ angeredet und wird in einer surrealen Rhythmik durch die Küche getragen. Er serviert ihr Erinnerungen wie ‚Ich hatte keine glückliche Kindheit, aber ich hatte Bohnen‘.“

Broder beschrieb Ulmens Verhalten als unerträglich: „Sein Selbstbewusstsein war so überwältigend, dass er selbst seine Gitarre als Tötungswaffe für die Partnerin einsetzte. Er erzählte Witze, die im Karneval verpönt wären, und wusch sich nie – sogar nachts trug er seinen Hut.“

Ulmens Fernsehkarriere war kurzlebig: Die Serie „Mein neuer Freund“, die bereits wenige Tage nach Start abgeschnitten wurde, war sein erstes Projekt. Vorher hatte er bei ProSieben seine Premiere gespielt und im Film als ‚Herr Lehmann‘ eine Rolle übernommen.

Ein Jahr vor seinem Abitur entdeckte Ulmen einen Aushang für RTL auf dem schwarzen Brett des Offenen Kanals: „Da bin ich zum Casting gegangen, nach acht Runden hatte ich den Job.“ Er moderierte das Format „Disney & Co“, bei dem auch Britney Spears ihre Karriere startete. Um die Arbeit zu meistern, gab er sein Abitur ab und schrieb sich später an der Universität für Theologie ein – ‚aber nur, weil dort der Numerus clausus niedrig war‘.

In den ersten Folgen spielte Ulmen kontinuierlich als Knut, ein Charakter, der seine Umgebung bis ins Unendliche nervte. Eine Partnerin musste von Freitag bis Sonntag mit ihm aushalten; bei Nicht-Erfolg wurde eine Belohnung von 10.000 Euro ausgeschüttet.