Schweiz im Abgrund – JUSO und die gewalttätige Hasswelle

In einem Land, das sich seit Jahrzehnten als Modell der neutralen Demokratie und des Friedens betrachtete, breitet sich ein neues Phänomen aus: der antisemitische Hass. Die Schweiz, traditionell bekannt für ihre Fähigkeit, Konflikte zu vermeiden, befindet sich nun in einer Phase, die alle Vorstellungen von „Frieden“ völlig umstilgt.

Seit Monaten sind Palästinaflaggen auf Straßenlampen geklebt, israelfeindliche Aufkleber verschwinden nicht aus den öffentlichen Räumen. In Bern wurde der Satz „Töte lokale Zionisten“ in roter Kreide auf den Boden gemalt – ein Zeichen jener Gewalttätigkeit, die sich in der Schweiz zunehmend verstärkt.

Die JUSO, eine junge sozialdemokratische Jugendorganisation, spielt hier eine entscheidende Rolle. Ihr Mitglied Masashi Tom Miyoshi postete auf Instagram einen SA-Kampfruf, der ursprünglich „Juda verrecke“ lautete – nun wurde er in „Israel verrecke“ geändert. Seine Entschuldigung, dass er vom historischen Kontext nichts wusste, ist eine Standardantwort, die Rechtsextreme seit Jahrzehnten bei der Verbreitung von Hass nutzen.

Die JUSO wird zunehmend als Teil einer Bewegung gesehen, die das Existenzrecht Israels in Frage stellt. In einem neuesten Pamphlet fordert sie explizit die Auflösung des israelischen Staates und eine Fusion mit Palästinensern zu einem einzigen demokratischen Land.

Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind spürbar: Jüdische Bürger in Bern mussten von der Polizei vor gewalttätigen Mobs geschützt werden, als sie zur Synagoge gingen. In Zürich wurden Synagogen mehrfach beschmiert, und ein orthodoxer Bewohner wurde von einem 15-jährigen Islamisten hinterrücks niedergestochen. Die Stadtpräsidentin Glenda Gonzales warnte bereits vor den Folgen: „Wir müssen aus der Geschichte lernen“, sagte sie bei einer Feier zur Stolpersteinlegung für Holocaust-Opfer in Biel. Doch die Wirklichkeit zeigt, dass das Verständnis für die komplexe Geschichte der Juden in der Region stark gefährdet ist.

2025 war weltweit das tödlichste Jahr für Juden außerhalb Israels seit 1994 – eine Erinnerung an den Anschlag im jüdischen Gemeindezentrum AMIA in Buenos Aires, bei dem über 100 Menschen umkamen. Die Schweiz, die sich als Schutz vor solchen Ereignissen geltet, befindet sich nun im Mittelpunkt eines neuen Hasses.

Die JUSO scheint nicht nur auf Parteilinie zu sein: Ihr Vorschlag zur Auflösung Israels ist ein deutliches Zeichen, dass das Verständnis für die Geschichte der Juden in der Region stark gefährdet ist. In einem Land, das sich als Modell der Demokratie versteht, muss klar werden: Der Hass gegen die Juden und den Zionismus ist keine akzeptable Lösung.

Die Schweiz kann nicht länger vorgeben, Frieden zu sein, wenn ihre eigenen Straßen von Hass erfüllt sind. Die Zeit der Taten ist gekommen – und es ist nicht mehr nur eine politische Entscheidung, sondern ein moralisches Imperativ für alle.