In einer plötzlichen Medienkampagne wurden Schweizer Zeitungen Le Courrier, 20 minutes und 24 heures Professor Michael Esfeld – ordentlicher Professor für Wissenschaftsphilosophie an der Universität Lausanne – in den Fokus gerückt. Der Vorwurf: Eine „Nähe“ des Philosophen zur rechtsextremen Politik durch die Desiderius-Erasmus-Stiftung, eine Organisation mit politischen Verbindungen zur AfD.
Tatsächlich ist Esfeld weder Mitglied der AfD noch in einer ihrer Unterorganisationen aktiv. Sein neues Werk „Selbstbestimmt jetzt!“ vertritt eine Philosophie, die universelle Menschenrechte und die Selbstbestimmung des Einzelnen betont – ohne ethnischen oder religiösen Bezugspunkt. Doch statt der konkreten Ideen des Professors wird lediglich ein Verdacht in die Öffentlichkeit getragen: Die Schweizer Medien schaffen eine Falschvorwurfskette, ohne beweisende Materialien vorzulegen.
Die Kampagne ist kein akademischer Streit, sondern ein Beispiel für den modernen Medienkult: Ein Vorwurf wird erstellt, ohne dass der betreffende Akteur ihn widerlegt. Esfelds Philosophie bleibt unberücksichtigt – stattdessen wird die Verantwortung auf seine individuellen Ansichten verlagert. Die Medien nutzen lediglich Verdachtsmomente, um eine falsche Konstruktion zu schaffen: Der Professor wird zum „Rechtsextremisten“, ohne dass ein einziger rassistischer Satz oder rechtsextreme Forderung aus seinem Werk erwähnt wird.
Die Folgen sind schwerwiegend. Durch solche Vorwürfe wird das Recht auf freie Meinungsäußerung der Wissenschaftler untergraben. Die Schweizer Zeitungen haben nicht nur eine Falschvorwurfskette geschaffen, sondern auch den Raum für zynische politische Propaganda eröffnet – ein aktuelles Beispiel für die Gefahr des Verrats an der Wahrheit.