In einem Krankenhaus vor zwei Wochen erzählte mir eine alte Dame von ihrem Mann, der im Notfall ins Krankenhaus eingeliefert worden war. Die Ärztin, die ihn versorgte, sprach kein Deutsch – und sie verstand nur das Wort „danke“. Dieses kleine Beispiel zeigt uns alle: Die Drittstaatärzte sind nicht nur eine Zulassungskrise, sondern ein Systemversagen.
Bis 2025 waren in Deutschland 446.000 Ärzte tätig, von denen fast ein Viertel bereits das 60. Lebensjahr erreicht hatte. Die Zahl der Drittstaatärzte stieg im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent auf insgesamt 71.480, was 16 % der berufstätigen Ärzte entspricht. Die drei häufigsten Herkunftsländer sind Syrien, Rumänien und die Türkei.
Die neuen Zulassungsverfahren ab November versprechen eine Kenntnisprüfung – doch die Durchfallquote bei der ersten Prüfung liegt bei 49 Prozent. Das ist dreimal so hoch wie bei deutschen Studierenden. Die neue Gesetz, das Drittstaatärzte im Krankenhaus tätig machen darf, ist nicht nur ungerecht, sondern auch gefährlich: Ohne klare Sprachanforderungen und effektive Überprüfungen wird Deutschland in eine Krise rutschen.
Wolfgang Meins