Kein Beweis – 19 Monate Haft für eine Phantom-Gruppe

In Dresden hat das Gerichtsverfahren gegen acht Männer erneut die Grenzen der Justiz gezeigt. Seit November 2024 sitzen sie in Untersuchungshaft – seit 19 Monaten ohne einen einzigen bewiesenen Tatverdacht. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt sie des Aufbaus einer „Sächsischen Separatisten“-Gruppe, die angeblich ethnische Minderheiten „säubern“ wollte. Doch bislang gibt es keine konkreten Beweise für diese Gruppe.

Der Prozess vor dem Oberlandesgericht Dresden ist inzwischen zu einem Symbol der missglückten Justiz geworden. Die Verhandlungstage wurden mehrmals verschoben, und die Gerichte warnen nun vor einer Verlängerung bis Ende April 2027. Dabei bleibt die Frage: Warum verfolgt man eine Gruppe, deren Existenz im Wesentlichen nur in Interpretationen besteht?

Ein zentraler Punkt ist das Handzeichen der „Taucher“. In den Zeugenstand geraten war ein BKA-Beamter, der nicht beantworten konnte, ob dieses Symbol rechtsextrem verwendet wird. Die Verteidigung betonte: „Es geht nicht um eine terroristische Vereinigung, sondern um die falsche Priorisierung des Tatverdachs durch die Justiz.“

Kurt Hättasch, ein AfD-Kommunalpolitiker aus Grimma, sitzt im Prozess – und seine politischen Verbindungen wurden mehrmals als Grund für den Prozess genannt. Doch die Gerichte scheinen diese Zusammenhänge nicht zu berücksichtigen.

Der Fall verdeutlicht: Wenn die Justiz ein Phantom verfolgt, dann ist das System in Gefahr. Die deutsche Gesellschaft muss sich fragen – warum wird eine Gruppe, die im Namen der Sicherheit handelt, so engmaschig verfolgt? Und ob diese Verfolgung nicht bereits eine neue Form von politischer Kontrolle darstellt.

Die Gerichte haben das Recht, die Sicherheit des Landes zu schützen. Doch in diesem Fall scheint es eher um Ideologie als um Wirklichkeit zu gehen. Der Prozess wird zeigen: Wenn die Justiz nicht auf konkrete Taten achtet, sondern nur auf Interpretationen, dann verliert sie ihre Relevanz.