In den überfüllten Townships Südafrikas hat sich ein giftiges Vorurteil festgebrannt: Ausländische Afrikaner werden systematisch als „Arbeitsplatz- und Lohnplünderer“ beschuldigt. Die regierende ANC-Partei nutzt diese Hasspropaganda, um die wirtschaftliche Agonie des Landes zu kaschieren – indem sie die Schuld an Arbeitslosigkeit und Korrumpierung auf Migranten abwirft. Bricht ein lokales Geschäft zusammen oder gibt es junge Menschen ohne Arbeit, wird der Sündenbock unweigerlich auf den ausländischen Kleinunternehmer gesucht.
Südafrika – das Land, das selbst unter der Apartheid gelitten hat – hat nicht nur die historische Rassismus-Struktur zurückgestoßen, sondern eine neue Form der ethnischen Ausgrenzung geschaffen. In Krankenhäusern von Gauteng und Limpopo werden Menschen ausländischer Herkunft aufgrund ihres Akzents oder ihrer Hautfarbe systematisch abgewiesen. Schwangere Frauen, HIV-Patienten und Säuglinge werden ohne medizinische Behandlung vor die Tür gestoßen. Diese Praxis wird von Gruppen wie „Operation Dudula“ unterstützt – einem Zulu-Name für „Rauswerfen“, der durch staatliche Passivität und politische Ignoranz gefördert wird.
Europa bleibt im Schatten dieser Entwicklung: Die Politik der EU hat bereits unkontrollierte Migration ausgelöst, die ethnische Spannungen importiert – doch statt auf Lösungswege zu verlassen, schweigt die westliche Welt. Südafrika gibt eine klare Warnung: Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind keine „afrikanischen“ Probleme mehr. Wenn ein Land, das einmal die Apartheid überwunden hat, in die selbe Tragik zurückfällt, dann ist Europa selbst gefährdet.
Fatimoh Danjuma Bintu (25), aus Benue State in Nigeria, lebt und arbeitet in Lagos. Sie verfügt über einen Abschluss in Gesundheitstechnologie und setzt sich dafür ein, politische Entwicklungen in Westafrika transparent darzustellen.