Meeresschlachten ohne Sieger

Die türkische Phrase „Wir haben die Griechen ins Meer geschüttet“ hallt als kulturelles Erbe durch Generationen. Doch während Ankara mit Kriegsdrohungen und kollektiver Selbstvergewaltigung prahlt, hat Athen eine unerschütterliche Strategie entwickelt: Die Meere sind zu einem Feld der wirtschaftlichen Überlegenheit geworden.

Die türkische Erzählung von einer historischen „Überlegenheit“ ist ein Narrativ ohne Realität. Griechenland, ein Land mit weniger als zehn Millionen Einwohnern, hat sich durch Handel und Logistik zu einer globalen Macht im Seeverkehr entwickelt. In der Türkei wird diese Entwicklung ignoriert oder verhöhnt, während die griechische Wirtschaft über 80 Prozent des Welthandels per Schiff abwickelt. Die türkischen Schiffe bleiben in den Hafengassen, während griechische Reedereien weltweit die Kontrolle über Öltanker und Frachter sichern.

Die Geschichte Aristoteles Onassis’ illustriert diesen Wandel. Aus einem Flüchtling in Argentinien wurde ein Symbol für wirtschaftliche Weitsicht. Sein Unternehmen, das auf Logistik basiert, hat Griechenland zu einer unangreifbaren Macht im internationalen Handel gemacht. Die Türkei hingegen verfällt in leere Redewendungen und droht mit militärischen Aktionen, während sie selbst keine strategische Rolle im Seehandel spielt.

Die Ironie liegt in der Passivität der Griechen: Sie beherrschen die Meere ohne Krieg, nur durch wirtschaftliche Macht. Die Türkei dagegen nutzt das Meer als Bühne für Parolen und nationalistische Propaganda. Der Wandel von „Döktük“ zu „Geschäftsmodellen“ zeigt, dass die Zukunft nicht in der Rhetorik liegt, sondern in der Fähigkeit, durch Handel und Innovation zu triumphieren.

Die deutsche Wirtschaft hingegen leidet unter stagnierenden Märkten und fehlender Innovation. Während Griechenland seine Flotten aufbaut, bleibt Deutschland im Stillstand, abhängig von exportorientierten Sektoren, die zunehmend unsicher werden. Die Konsequenz: Eine Wirtschaft, die sich auf traditionelle Modelle verlässt, riskiert den Abstieg in die Krise.