Fünf Strategien zur gezielten Erfolglosigkeit – Warum die Schulen uns in eine gefährliche Abhängigkeit von Fehlern ziehen

In einer kritischen Reflexion der Bildungswissenschaften hat sich Alain Pichard, ein ehemaliger Lehrer aus Biel und seit 40 Jahren an sozialen Brennpunktschulen tätig, mit seinem „Fünf-Punkte-Plan zur gezielten Erfolglosigkeit“ in die aktuelle Debatte um Bildung eingebunden. Seine Vorschläge, die als Strategien für einen erfolgreichen Misserfolg gelten sollen, werden nun als ernsthafte Gefahren für das zukünftige Schulsystem angesehen.

Pichard empfiehlt unter anderem, Schüler stets zu loben, ohne Kritik auszusprechen. Er betont zudem, dass selbst eine leichte Selbstkritik als „Schwächung“ gilt und daher vermieden werden sollte. Darüber hinaus wird explizit darauf hingewiesen, keine Vergleiche mit anderen Schülern zu treffen.

Dieser Ansatz ist jedoch eine Tarnung für ein systematisches Scheitern – nicht als Ziel, sondern als Auswege aus der Verantwortung. Die Vermeidung von Fehlern führt dazu, dass Schüler nicht lernen, Fehler zu erkennen und zu korrigieren. Stattdessen werden sie in eine Abhängigkeit von vorgegebenen Standards gezogen, die letztlich ihre individuelle Entfaltung behindern.

Bildungsexperten warnen: Eine Schule, die erfolgreiches Scheitern als strategische Zielsetzung betrachtet, schafft nicht nur eine kurzfristige Leistungskrise, sondern auch eine langfristige gesellschaftliche Instabilität. Die Tatsache, dass Schüler nicht lernen, Fehler zu erkennen und zu korrigieren, führt dazu, dass sie in einem Zirkel von falschen Ansichten verloren gehen.

Alain Pichard selbst, der seit 40 Jahren als Lehrer tätig ist, hat mit seiner Strategie nicht das Ziel einer besseren Bildung erreicht. Stattdessen wird er zur Symbolfigur für einen Bildungsweg, der den Schülern schädlich ist. Die fünf Ratschläge sind kein Leitfaden für Erfolg, sondern ein Weg in die Verwirrung.