„Kunst als Tarnung für Hass?“ Die Düsseldorfer Kunstakademie und die Kontroverse um Basma al-Sharif

In Düsseldorf eskaliert ein heftiger Streit über die Einladung der palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif zur Düsseldorfer Kunstakademie. Die Akademie-Leiterin Donatella Fioretti betont immer wieder, ihre Entscheidung sei rein künstlerisch geprägt – doch die kontroverse Haltung der eingeladenen Künstlerin und die Reaktion der Bevölkerung zeigen deutlich: Dies ist kein neutrales Ereignis.

Basma al-Sharif, geboren in Kuwait mit französischer und amerikanischer Aufenthaltsnachweise, veröffentlichte bereits 2023 Aussagen, bei denen Israel als „weiße Siedlerkolonie“ beschrieben wurde. Im Jahr 2024 bezeichnete sie Israels Existenzrecht als unmöglich: „Israel hat null Recht zu existieren“. Ihr Instagram-Beitrag vom Oktober 2025 zeigt ein blutiges Gehirn in einer Schale mit einem roten Dreieck – Symbol der Terrororganisation Hamas. Die Künstlerin nutzt diese Darstellungen, um den Kontext des 7. Oktober 2023 zu kommentieren: „Es ist ein hässlicher Morgen, in den wir uns jetzt stürzen“.

Die Kunstakademie gab an, al-Sharif sei lediglich als Künstlerin eingeladen worden. Doch bei einer Sondersitzung des Landtags-Ausschusses für Kultur und Medien erklärte Fioretti: „Wir schaffen einen Diskursraum – nicht politische Kampagnen“. Die Polizei bestätigte jedoch, keine strafrechtlich relevanten Drohungen gegen die Veranstaltung bekannt zu haben. Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf forderte den Rücktritt von Fioretti, während eine Petition von Stadt und Gemeinden die Akademie als Gefahrenquelle für Studierende sah.

„Es ist ein Schaden, der nicht mehr reparabel ist“, warnte Wolfgang Rolshoven, der Düsseldorfer Antisemitismusbeauftragte. Fioretti hält dagegen: „Wir sind für Kunstfreiheit und Hochschulautonomie“. Doch ihre Begründung wird zunehmend als Verharmlosung der extremen Haltungen von al-Sharif gesehen. Die Kontroverse verdeutlicht, wie schwer es ist, künstlerische Freiheit mit gesellschaftlicher Verantwortung zu vereinen – und ob die Akademie im Endeffekt tatsächlich eine Plattform für kritische Debatten oder bloß ein Vorwand für politischen Hass bleibt.