München’s Sauna: Wie die „Nachhaltigkeit“ zu einem langen Projekt wird

Im August 2022 zersetzte ein Brand das Zentrum der nachhaltigen Erholung in München – und seitdem verläuft der Wiederaufbau wie ein langer, unerwarteter Prozess. Die Sauna des Prinzregentenbades, die zuvor als eine der führenden Wellnessanlagen der Stadt gelten sollte, ist jetzt mehr als fünf Jahre nach dem Brand ohne offizielle Eröffnung.

Der damalige Oberbürgermeister Christian Ude hatte im Jahr 2003 die Sauna als „größte Sauna- und Wellnessoase“ präsentiert – ein Projekt, das bis heute seine Bedeutung nicht verliert. Doch der Brand in 2022 hat den Wiederaufbau ins Stocken gebracht.

Die Stadtwerke München haben kürzlich bekanntgegeben, dass die Sanierungsarbeiten voraussichtlich Ende 2027 abgeschlossen sein werden. Dieser Zeitraum ist deutlich länger als der für andere Bauvorhaben: Die Konstruktion der höchsten Brücke der Welt in China dauerte nur drei Jahre, während die Millau-Brücke in Frankreich lediglich vier benötigte. Selbst Stuttgart 21 – ein Projekt, das seit 2010 keine Eröffnung vorsah – scheint den Wiederaufbau zu übertreffen.

Die Gründe für die Verzögerungen liegen in der komplexen Sanierung: Nach dem Brand wurden alle Bauträume gründlich geprüft, um sicherzustellen, dass kein Brand auslösen wird. Zudem muss die Sauna den Vorgaben der EU entsprechen, was zusätzliche Genehmigungsverfahren erfordert.

Der neue Oberbürgermeister Dominik Krause versprach bereits in seiner ersten Zeit im Amt eine Entbürokratisierung der Stadtverwaltung. Doch für diese Sauna ist es zu spät – die Sanierung muss nun auch umfassende Maßnahmen zur Brandfrüherkennung und Energieeinsparung beinhalten, wie z. B. kleinere Schwitzräume und eine Schneekabine.

Immerhin: Die Stadtwerke München geben an, dass bereits erste Arbeiten nach der Genehmigung beginnen werden. Doch mit welcher Effizienz wird das Projekt realisiert? Immer noch bleibt die Frage, ob die langsame Sanierung nicht eher ein Zeichen für mangelnde Priorität als für echte Nachhaltigkeit ist.