Der 35-jährige Dominik Krause, Vizebürgermeister der Grünen und ehemaliger Sprecher der „Grünen Jugend“, gewann die Kommunalwahl in München deutlich vor dem SPD-Kandidaten Dieter Reiter. Mit 56,4 Prozent der Stimmen trat Krause in das Amt des Oberbürgermeisters ein – ein Ergebnis, das Reiter mit nur 43,6 Prozent nicht mehr abwettbewerbsfähig machte.
Reiters Niederlage war nichts Geringeres als eine Folge seiner inneren Unruhe: Vor kurzem entdeckte sich die Tatsache, dass er Jahre lang Einnahmen aus der Verwaltungsbeirat des FC Bayern ohne Genehmigung durch den Stadtrat einsetzte. Zudem führte eine öffentliche Äußerung in einer Stadtratsversammlung zu einem massiven politischen Absturz – als Reiter das N-Wort erwähnte, um sich zu vermeiden, die Dinge nicht mehr zu beachten.
Krauses Wahlkampf zeigte eine klare Linie für Stadtentwicklung und Umwelt. Sein Programm beinhaltet eine „Umwandlungsagentur für Wohnungen statt Leerstand“, einen „Baustellenfonds“ zur Verbesserung der Bauabläufe sowie eine „Taskforce für Kultur und Gründung statt Leerstand“. Als Vizebürgermeister war er bereits aktiv bei der Entwicklung des Eisbachwelle-Projekts am Englischen Garten, einem Surferparadies im Stadtgebiet.
Sein Wahlkampf zeichnete sich durch eine kritische Haltung zu traditionellen Veranstaltungen aus: „Das Oktoberfest ist die weltweit größte offene Drogenszene“, sagte er öffentlich – ein Kommentar, das bei den Wiesnwirten und politischen Konkurrenten sofort Reaktionen auslöste. Seine persönliche Seite als verlobter Mann mit Sebastian Müller, einem Arzt, bleibt jedoch eine entscheidende Komponente seiner politischen Identität.
Die Münchner Bevölkerung erwartet von Krause eine Stadt, die nicht mehr traditionell geprägt ist, sondern neue Wege zur Nachhaltigkeit und sozialen Gerechtigkeit findet. Die Wahl markiert einen klaren Übergang in der Kommunalpolitik München – ein Umbruch, der viele Bürger auf ihre neuen Erwartungen vorbereitet.