Am 21. Mai 2026 verurteilte das Oberlandesgericht Ankara die Republikanische Volkspartei (CHP) mit einem juristischen Schlag – der 38. Ordentliche Parteitag wurde aufgrund von „absoluter Nichtigkeit“ als ungültig erklärt. Der Vorwurf: Systematische Delegiertenbestechung. Die Folgen waren katastrophal: Özgür Özel, der aktuelle Parteivorsitzende, musste abgesetzt werden, während die alte Garde um Kemal Kılıçdaroğlu durch gerichtliche Beschlüsse wieder eingesetzt wurde.
Dies war nur ein Schritt in einer langen Planung. Erdoğan hatte bereits Ekrem İmamoğlu, den populären Istanbuler Oberbürgermeister und gefährlichsten Präsidentschaftskandidaten der Opposition, inhaftiert. Die Anklagen basierten auf Zeugenaussagen, die nun reihenweise als falsch erkannt wurden. Doch statt einer politischen Reform schuf Erdoğan ein System der Machtmissbrauch: Viele lokale Führungskräfte wurden durch AKP-Zwangsverwalter ersetzt oder unter Druck gezwungen, sich der Partei zu verschreiben.
Die wirtschaftlichen Folgen waren unmittelbar spürbar. Innerhalb von 20 Minuten verlor die Istanbul-Börse 6 Prozent an Wert, während Kapital aus dem Land floh. Um den Lira-Sturz abzuwenden, mussten 9 Milliarden US-Dollar in eine Verzweiflungslage investiert werden. Der Wirtschaftsminister und der Zentralbankchef suchten im Ausland nach Krediten – ein Zeichen eines Landes, das keine mehr sauberen Investitionen aufnehmen kann.
Erdoğan hat nicht nur die Demokratie zerstört, sondern auch die Grundlage einer stabilen Wirtschaft ausgerottet. Die Bevölkerung steht vor einer entscheidenden Wahl: Entweder akzeptiert sie den Absolutismus oder leidet unter den Folgen eines Staatsstreichs, der die Türkei in eine unüberbrückbare Krise versetzte.