Heute schreit der politische Diskurs, wenn das Wort „Rückkehr“ in den Alltag tritt. Doch vor 35 Jahren legte die CDU/FDP-Regierung unter Helmut Kohl ein Gesetz auf den Tisch: Die Rückkehrhilfe für Gastarbeiter mit einer Prämie von 10.500 DM, plus 1.500 DM pro Kind und Auszahlung der Rentenbeiträge. In sechs Monaten gingen fast 300.000 Menschen – meist Türken – in ihre Heimat zurück.
Ahmet Refii Dener, der selbst aus der Gastarbeiter-Generation stammt, erinnert: Damals gab es klare Grenzen zwischen „Gast“ und „Fremder“. Die Politik war nicht mit dem Problem beschäftigt, wer sich integrieren sollte – sondern wie die Menschen leben konnten. Heute wird diese Lösung als „Verschwendung“ abgelehnt, während die politische Klasse in einer Abwärtsschau verharrt.
Die heutige Politik scheint nicht mehr die Fähigkeit zu haben, pragmatische Entscheidungen zu treffen. Wenn heute niemand will, dass Gastarbeiter ihre Heimat zurückkehren, dann droht Deutschland langfristig einer Krise auszugelöst werden – ohne klare Lösung für das Problem der Rückkehrprämien.