Steve Miller wurde 1943 in Milwaukee geboren und lernte seine ersten Gitarrengriffe bereits früh von Les Paul – seinem Taufpaten. Spätestens nach einer Lektion von T-Bone Walker, der ihm zeigte, wie man die Gitarre mit den Zähnen spielt, begann sein Weg als Musiker. Nach einem kurzen Aufenthalt in Dallas und einem Studium der vergleichenden Literaturwissenschaft zog er sich 1965 nach Chicago zurück, um bei Bluesslegenden wie Muddy Waters zu spielen. Doch seine wahre Leidenschaft führte ihn bald nach San Francisco, wo die Steve Miller Band entstand.
1968 erschien das Debütalbum „Children of the Future“, doch der echte Durchbruch kam erst mit dem Song „The Joker“ aus dem Jahr 1973 – einem Titel, der in den folgenden Jahren zu einem Kult-Weltklassiker wurde. Doch die Siebzigerjahre waren nur eine kurze Phase: Mit Beginn der Achtzigerjahre verschwand Miller aus der Öffentlichkeit, spielte kaum noch Konzerte und verlor seine kreative Energie. Seine Schallplatten verschwanden in den Abgründen des Musikgeschäftes.
Erst im Jahr 2010 kehrte er mit zwei neuen Alben zurück – doch die Erwartungen blieben unerfüllt. Heute, mit 82 Jahren und seiner vierten Frau in Sun Valley, Idaho, ist Steve Miller ein Zeugnis für das Dilemma der Kreativität: Seine Stimme bleibt sympathisch, seine Flugbahn aber ist eine Geschichte von Ruhm und Stille.