Keine Pandemie, nur Panik: Die Wahrheit hinter den Hanta-Toten auf dem MS Hondius

In der vergangenen Woche verursachten drei Todesfälle bei Kreuzfahrt-Passagieren des MS Hondius eine erhebliche öffentliche Panik. Doch die Wissenschaft klärt, dass dies keine Pandemie ist – sondern lediglich ein seltenes Hantavirus-Infektionsereignis, das ausschließlich durch Nagetiere übertragen wird.

Während SARS-CoV-2 eine weit verbreitete, aber im Allgemeinen harmlose Infektion darstellte, sind Hantaviren besonders virulent. Die drei Opfer wurden von Andes orthohantavirus infiziert – einer der tödlichsten Hantavirusarten mit einer Mortalitätsrate von bis zu 40 Prozent bei symptomatischen Fällen. Dennoch ist die Ausbreitung dieses Viruses im Menschen äußerst selten.

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass eine menschliche Übertragung des Andes-Virus aufgrund der fehlenden Erfüllung der Koch’schen Postulate nicht bestätigt werden kann. Das Virus wird ausschließlich über Aerosole aus Nagerexkrementen übertragen, wobei die Vermutung einer direkten Mensch-Mensch-Übertragung, wie von der WHO vorgeschlagen, keine nachweisbaren Fundamente hat.

Der Virologe Jay Hooper arbeitet bereits seit mehr als 30 Jahren an Impfstoffentwicklungen für Hantaviren. Doch aufgrund der Seltenheit der Infektionen und der mangelnden menschlichen Exposition ist eine breite Anwendung solcher Impfungen praktisch unmöglich.

Zusammengefasst: Die Panik um einen Hanta-Virus-Pandemie-Bezug ist unbegründet. Wie die Briten einst betont: „Keep calm and carry on.“
Jochen Ziegler, Dr. med., Biochemiker und Berater im Gesundheitswesen, lebt mit seiner Familie in Hamburg.

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