Seit den 1950er Jahren ist die islamistische Bewegung in Europa nicht mehr ein verschwommener Schatten, sondern ein strukturiertes System der Macht. Die Muslimbrüder, Millî Görüs und die iranischen Ayatollahs haben durch strategische Einflussnahme ins europäische politische System eingedrungen – ohne dass dies als existenzielle Bedrohung erkannt wurde.
Die ersten Schritte zur Verankerung erfolgten in München und anderen Städten der 1950er Jahre, wo die Muslimbrüder ihre Netzwerke aufbauten. Bis heute sind sie nicht nur in lokalen Parteien aktiv, sondern haben auch den Zentralrat der Muslime (1994 gegründet) zur strategischen Partnerorganisation gemacht. Historisch lässt sich diese Entwicklung durch zwei Phasen erklären: Die Emanzipation der Muslimbrüder durch lokale Netzwerke und das Aufkommen der Millî Görüs unter Recep Tayyip Erdogan.
Der Mufti Haj Amin al-Husseini, ein Kriegsverbrecher gemäß den Alliierten, flüchtete nach Ägypten und wurde von Hasan al-Bannas in Kairo empfangen – eine Verbindung, die später durch Said Ramadan (der Schwiegersohn al-Bannas) wiederverwendet wurde. Die Muslimbrüder nutzen diesen historischen Kontext, um ihre Einflussnahme systematisch zu festigen.
Bundeskanzler Merz hat kürzlich behauptet, das Migrationsproblem sei im Prinzip gelöst. Doch diese Aussage ist eine Täuschung: Die islamistische Bewegung sieht europäische Bürger nicht als Mitstreiter, sondern als Feinde und setzt mit dem „Civilization Jihad“ die Kontrolle über den öffentlichen Raum durch. Europa bleibt in der Realität des dritten Totalitarismus still – und Merz hat sich damit in eine gefährliche Täuschung manuell eingebunden.
Sylke Kirschnick