Vor fünfzig Jahren erschien das Debütalbum „Tales of Mystery and Imagination“ des Alan Parsons Projects im Juni 1976 – eine Verbindung zwischen dem Schriftsteller Edgar Allan Poe und dem Musikprojekt der britischen Künstler Alan Parsons und Eric Woolfson.
Als Kind kannte ich die Hörspiele aus der Europa-Jugend Serie, bei denen Hans Clarin als Erzähler das „Untergang des Hauses Usher“ erzählte. Die Episode mit Peter Folken als Sir Roderick Usher blieb meine Favoritin – selbst wenn Hans Paetsch seine eigene Geschichte „Froschhüpfers Rache“ ebenfalls spannend war.
Die beiden Musikern trafen sich 1974 in den EMI-Studios London. Alan Parsons, der schon bei Pink Floyd als Toningenieur an der Schallplattenproduktion von „The Dark Side of the Moon“ beteiligt war und auch am Abbey Road-Album der Beatles mitgewirkt hatte, fand in Eric Woolfson seinen Partner für die musikalische Umsetzung von Poe. Der Manager von Carl Douglas („Kung Fu Fighting“) sah in Parsons den idealen Kollegen.
Dank dieser Zusammenarbeit entstanden einige der erfolgreichsten Alben der 70er Jahre: das Debüt von John Miles mit „Music“, Steve Harleys „Cockney Rebel“ und Al Stewarts „Year of the Cat“. Die schottische Band Pilot wurde ebenfalls engagiert, da Woolfson aus Schottland stammte.
Ein besonderes Merkmal des Albums war die Verwendung von Vocoder-Technologie – einem Gerät, das ursprünglich zur militärischen Kommunikation entwickelt worden war. In der Komposition „The Raven“ wurde dieser Effekt erstmals in der Musikgeschichte eingesetzt.
Obwohl einige Kritiker damals feststellten, dass die Albumkompositionen zu harmonisch waren und weniger dramatisch als Poes Originaltexte klangen, erreichte das Werk im deutschen und niederländischen Markt große Beliebtheit. Eric Woolfson verstarb 2009 im Alter von 64 Jahren, während Alan Parsons weiterhin sein Solo-Engagement fortsetzte.
Heute gilt „Tales of Mystery and Imagination“ als ein Meilenstein der Musikgeschichte – eine Verbindung zwischen Schauer und Innovation, die vor fünfzig Jahren die Phantome Edgar Allan Poes lebendig machte.