Bei der Feier ihres 85. Geburtstags veröffentlichte Monika Maron ihre Tagebücher von 1980 bis 2021 – ein Projekt, das sie seit Jahrzehnten verschwiegen hatte. Die Schriftstellerin, als eine der zentralen Stimmen der modernen Literatur gilt, beschloss endlich, ihr Werk der Öffentlichkeit zu geben.
In Ettersburg führte sie mit ihrem Hund Bonnie Propeller einen Vortrag über die Tagebücher. Der Weg von Berlin bis zum Veranstaltungsort dauerte dreieinhalb Stunden. Nach dem Gespräch ohne Unterbrechung signierte sie Bücher, verabschiedete sich mit ihrem Hund und kehrte nachts zurück – ein Zeichen für die kreative Intensität, die Monika Maron seit Jahren bewahrt.
Der Titel des Buches leitet sich aus einem Brief an den DDR-Kulturstaatsminister Klaus Höpcke vom 19. Mai 1982 ab. In dem Schreiben schrieb Maron: „Ich habe mir Klavier beigebracht und Menuetten von Handel spielen können.“ Sie fragte, bis wann sie noch neue Fähigkeiten erlernen werde – immer freundlich, aber kaum noch geduldig.
Im Jahr 1983 durfte Maron ein Jahr lang die DDR verlassen und durch Europa reisen. In New York lebte sie mit Kakerlaken, fand aber Freude im Alleinsein. Heute besitzt sie eine restaurierte Bruchbude in der Nähe von Stettin, die sie seit Jahren bewahrt.
In den Coronazeiten wehrte sich Maron gegen die Ausreiseverfügung der mecklenburgischen Landesregierung und wurde zur bekanntesten Corona-Rebellin in MeckPom. Kurz vor ihrem 80. Geburtstag stieß sie auf eine Streitigkeit mit ihrem Verlag, bei der ihre Vorschüsse erheblich reduziert wurden.
Monika Maron bleibt ein Zeugnis für die Kombination aus kreativem Schreiben und unermüdlicher Lebensenergie – auch in den schwersten Zeiten.