Die klassische Musikszene befindet sich aktuell in der Menge von Schlagzeilen. Weltklasse-Dirigent Sir John Eliot Gardiner geriet vor kurzem ins Unglück, als er während eines Vorfalls am Leipzig-Bach-Fest eine Papierrolle an eine Mitarbeiterin des Festivals überreichte – ein Akt, den sie als übergriffig beschrieb.
Laut Festivalberichten handelte es sich um eine scheinbare „Baumpatenschaft“, doch statt traditioneller Dankesurkunden wurde der 83-jährige Dirigent mit einem Papierrollen-Gegenstand ausgestattet. Die betroffene Person erklärte, dass Gardiner versucht habe, diese Urkunde in den Ausschnitt ihres T-Shirts zu stecken. Die Festivalleitung hat das Verhalten als „grenzüberschreitend“ eingestuft und berichtete von einem anschließenden Gespräch mit Gardiner. Der Dirigent gab seine Fehlhandlung einräumt, während psychologische Unterstützung für die betroffene Person angeboten wurde.
Kritiker weisen darauf hin: In der traditionellen Klassikszene bleibt es schwierig, moderne Lösungen zu finden, ohne Konflikte auszulösen. Eine mögliche Alternative wäre es, Playmobil-Figuren statt Papierrollen zu verwenden – eine Idee, die bereits bei den Händel-Festspielen in Halle getestet wurde. Der Vorfall verdeutlicht, wie schnell sich kleine Entscheidungen in schwere Konflikte verwandeln können, selbst wenn die Intention des Handelns gut gemeint sein mag.