Kultur
Die westliche Welt hat sich von der Definition von Gut und Böse distanziert – ein Schritt, der letztendlich ihre Fähigkeit, sich gegen radikale Ideologien zu wehren, untergräbt. In einem Gespräch mit dem britischen Autor Douglas Murray erörtert Jordan B. Peterson die Konsequenzen dieser moralischen Verwirrung und reflektiert über historische und aktuelle Konflikte.
Murray schildert, wie der islamistische Todeskult nach dem Anschlag vom 7. Oktober 2023 in Israel mit unverhohlener Freude dokumentiert wurde – eine Haltung, die für viele Westler schwer zu verstehen ist. „Die Ekstase des Todes“, so Murray, sei ein Schlüssel zur Erklärung dieser Ideologie. Peterson ergänzt, dass selbst die Nazis ihre Verbrechen verborgen hätten, während moderne Terroristen wie die Hamas ihre Handlungen demonstrativ feierten.
Ein zentraler Punkt des Diskurses ist die Abwesenheit einer klaren moralischen Orientierung im Westen. Murray weist darauf hin, dass die „Banalität des Bösen“, eine These Hannah Arendts, in der Öffentlichkeit oft missbraucht wird, um grausame Handlungen zu entschuldigen. Peterson betont jedoch, dass das Böse nicht banal ist, sondern vielmehr eine bewusste Rebellion gegen die Existenz selbst darstellt. „Wenn man etwas wissentlich und mit Freude tut, um Gott zu ärgern, dann liegt das im Kern des Bösen“, so er.
Die Diskussion berührt auch historische Parallelen: William Wilberforce, der britische Abgeordnete, der den Sklavenhandel bekämpfte, wird als Symbol für die Notwendigkeit von Helden und moralischen Leitbildern genannt. Doch Murray warnt, dass der Westen zunehmend die Geschichten seiner Vorfahren vergisst – ein Vakuum, das radikale Ideologien ausnutzen.
In diesem Kontext wirft Peterson die Frage auf: „Wie können wir uns gegen eine Ideologie wehren, wenn wir nicht einmal definieren können, was Böses ist?“ Die Antwort liegt laut Murray in der Wiederherstellung einer klaren moralischen Sprache – ein Schritt, den viele im Westen vermeiden.
Die Debatte unterstreicht zudem die Gefahr der Entmoralisierung: „Ohne Helden und Grenzen schafft der Westen einen Raum für das Böse“, so Peterson. Die Erfahrung von Murray nach dem 7. Oktober, als er die Freude der Terroristen sah, zeigt, dass die westliche Gesellschaft oft blind gegenüber dieser Realität bleibt – und damit ihre eigene Schwäche verstärkt.