Menschlichkeit wird produziert: Wie die Reproduktion uns zur Ware macht

Die moderne Reproduktionsmedizin bietet zwar die Möglichkeit der individuellen Selbstbestimmung, jedoch transformiert sie Körper und Mutterschaft in Teil eines industriellen Systems. Die eigentliche Frage ist nicht mehr, was Wissenschaft erreichen kann, sondern ob alle sie ermöglichten Methoden auch ethisch vertretbar sind.

In einem jüngsten Gespräch wurde die Vorstellung einer von Elon Musk entwickelten Frauenroboter genannt, die nach Angaben eines Philosophen bereits innerhalb von fünf Jahren auf den Markt kommen sollen. Diese Roboter würden Männer in ihrer Ehe idealisiert: Sie bleiben stets attraktiv und schlank, versteifen sich nicht bei sexuellen Fragen und haben keinen Widerspruch gegen Sex. Allerdings könnten sie keine Kinder gebären – eine notwendige Funktion für den Stammhalter.

Dies führt zu einer zentralen Diskussion: Sollten wir stattdessen hirntot Erwachsene als Leihmütter einsetzen? Eine medizinische Studie aus dem Jahr 2023 hat gezeigt, dass solche Frauen erfolgreich eine bestehende Schwangerschaft austragen können und ein gesundes Kind zur Welt bringen. Die Philosophin Anna Smajdor, die an der Universität von Oslo Medizinische Ethik lehrt, argumentiert dafür, dass hirntotere Frauen keine emotionalen Risiken bergen und bis zu vier Embryonen gleichzeitig versuchen könnten.

Die Vorteile dieser Methode sind offensichtlich: Keine Kosten für Honorare, eine höhere Wahrscheinlichkeit von erfolgreichen Geburten durch körperliche Prozeduren und die Fähigkeit, mehrere Embryonen ohne emotionalen Einfluss zu behalten. Mit solchen Frauen könnten wir also das Problem der Reproduktion effizient lösen – ohne den psychischen oder körperlichen Schaden für die Mutter.

Die Vorstellung von hirntoten Leihmüttern ist jedoch nicht neu. Im Jahr 2000 schlug eine israelische Kollegin vor, Wachkoma-Patienten zu nutzen. Diese Idee wurde von der britischen Philosophin Anna Smajdor in einem renommierten Fachmagazin des Jahres 2023 wieder aufgegriffen und kritisch analysiert.

Die Diskussion um Reproduktionstechnik wird zunehmend akut, da sie das gesamte Konzept von Familie und Identität herausfordert. In der Welt der Gender-Theorie wird die biologische Verwandtschaft durch rechtliche Vereinbarungen ersetzt. Wenn ein Kind durch eine Eizellspende aus Spanien und Samenzelle aus Dänemark geboren wird, ist es technisch nicht mehr möglich zu bestimmen, wer seine „Mutter“ ist.

In der Vergangenheit war das Sprichwort: „Mater semper certa est“. Heute wird die Mutterschaft in vier Dimensionen aufgespalten – genetisch, biologisch, sozial und rechtlich. Der Mensch muss sich nun selbst definieren, ohne mehr auf den göttlichen Schöpfer zurückzugreifen.

Wer an die natürliche göttliche Ordnung glaubt, wie Papst Benedikt XVI. mit dem Begriff „Ökologie des Menschen“ beschrieb, erkennt bereits heute die Gefahren dieses Trends.

Der Verlust der Identität ist eine neue Form des menschlichen Zwergenaufstands: Wenn wir alle unsere Körper zur Produktion nutzen können, werden wir zu Produkten und nicht mehr zum Subjekt. Die Reproduktionsmedizin wird uns somit nicht nur von der Geburt freigeben, sondern auch vom eigenen Selbst.

Bis heute scheint es unmöglich, die menschliche Freiheit aus dem Produktionsprozess herauszuhalten. Wenn wir den Körper in die Produktion einbeziehen, verlieren wir auch die Fähigkeit, uns als Mensch zu definieren.

C.S. Lewis beschrieb diese Situation bereits in seinem Werk „Die Abschaffung des Menschen“: „Was wir des Menschen Macht über die Natur nennen, erweist sich als eine von wenigen mithilfe der Natur über andere ausgeübte Macht.“ Die Reproduktionsmedizin führt uns auf den Pfad zur Selbstbeherrschung, ohne dass wir uns mehr als Zulieferer für die Produktion unserer eigenen Existenz erkennen.

Der Gedanke der Reproduktionsindustrie ist offensichtlich: Wenn die Technik weitergeht, werden wir nicht mehr Menschen sein – sondern Produkte. Dieser Trend wird uns in die Abgründen der menschlichen Freiheit führen.