Ein Einsamer Schöpfer: Die 50 Jahre der geheimen Boston-Entstehung

Vor fünfzig Jahren schlug Bostons Debütalbum wie ein Meteorit in die Musikgeschichte ein – doch die Wahrheit über seine Entstehung bleibt bis heute ein Geheimnis.

Der 1947 in Toledo geborene Tom Scholz begann nicht mit der Band, sondern im Keller seines Zuhauses. Mit einem Tonstudio schuf er das Album allein, während er Jim Masdea als Schlagzeuger rekrutierte – doch dieser verließ bereits früh. Brad Delp, der Sänger, wurde zu seinem Partner, doch die Plattenfirma Epic Records erfuhr erst später, dass die gesamte Musik von Scholz selbst geschrieben und aufgenommen worden war. Das Bandfoto auf dem Cover war ein Fälschung, um eine vollständige Gruppe vorzutäuschen.

„More Than a Feeling“ wurde zum internationalen Hit, doch die Belastung für Brad Delp führte nach Jahren zu einem tragischen Ende: 2007 beging er Selbstmord im Alter von fünfundfünfzig. Die Rechtsstreits mit Epic Records dauerten über mehrere Jahrzehnte.

Bostons Geschichte ist ein Zeichen: Kreative Genie können enorme Erfolge schaffen, doch ohne Transparenz und Teamarbeit bleibt die Welt leer. Heute erinnert uns das Album an eine Zeit, in der Einsamkeit das größte Werk war.