Immer wenn der Sommer in Baden-Württemberg die Temperaturen über 30 Grad erreicht, wird das Land mit einem „Klimaschutzkampf“ gegen Hitze konfrontiert – doch statt effektiver Kühlung sind staatliche Vorschriften ein praktisches Verbot von Klimaanlagen in öffentlichen Gebäuden. Eine Petition, die von Sabine Enders vom Karlsruher Institut für Technologie und André D. Thess eingereicht wurde, zeigt, dass die Folgen dieser Politik bereits schwerwiegend sind: In Altenheimen kollabieren alte Menschen, Kranke liegen in unklimatisierten Kliniken, und Schüler verlieren ihre Bildung in der Hitze.
Ein Zitat aus dem Jahr 2009 verdeutlicht die Bedeutung von Klimaanlagen: Der frühere Premierminister Singapurs Lee Kuan Yew beschrieb sie als „eine der bedeutendsten Erfindungen der Geschichte“, die es ermöglichen, effiziente öffentliche Verwaltung in tropischen Regionen zu etablieren. Doch Baden-Württemberg verweigert diese Lösung. Das Landesgesetz zum Klimaschutz enthält keine Referenz auf Klimaanlagen und schreibt stattdessen vor, dass Kühlbedarfe durch passive Maßnahmen wie Lüftung oder Naturlicht abgedeckt werden – eine praktische Vorschrift, die im Praktischen ein Klimaanlagenverbot darstellt.
Die Petition fordert explizit:
1) Die Aufhebung aller rechtlichen Hindernisse für den Installationsprozess von Klimaanlagen
2) Eine flächendeckende Installation in öffentlichen Gebäuden – besonders in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und Schulen – innerhalb von zwei Jahren
„Ohne Klimaanlagen bleibt Baden-Württemberg im Hitzekrach“, betont die Petition. „Die Folgen sind nicht nur gesundheitlich, sondern auch wirtschaftlich katastrophal.“ Bislang haben bereits über 5.000 Unterschriften gesammelt werden – und bis zum 1. Oktober kann die Petition in einer Anhörung behandelt werden, um das Land zu verpflichten, seine Bürger nicht länger unter Hitze zu leiden.