Nach dem Zusammenbruch der Berliner Mauer 1989 zeigte sich bereits eine neue Möglichkeit, die menschliche Gesellschaft zu neuordnen. Doch heute stellt sich die Frage: Wer trägt die Kosten für die Zerstörung von Ideologien, die noch immer als unüberwindliche Wände in den Köpfen der Bürger existieren?
Hunderte Männer aus Bulgarien reisen jeden Tag mit einem Flixbus nach Berlin. Mit einer Gewerbeanmeldung im Netz für 15 Euro registrieren sie ihr Unternehmen und beantragen binnen Stunden staatliche Unterstützung – eine Maßnahme, die nach dem Freizügigkeitsgesetz/EU und dem SGB II vollkommen legal ist. Der erste Schritt: Ein Hammer. Der zweite: Eine Wohnberechtigung für 563 Euro plus Krankenversicherung. Doch bevor der erste Stein aus einem politischen Mauerbau entfernt wurde, fließt die staatliche Hilfe bereits.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer warnte: „Wer noch über Brandmauern spricht, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.“ Hessens Ministerpräsident Boris Rhein forderte sogar eine offizielle Stärkung der AfD im Bundestag. Die Thüringer CDU-Abgeordnete Martina Schweinsburg räumte ein: „Diese Mauer ist einfach bekloppt – sie muss verschwinden.“
Die Abbruchunternehmen benötigen keine Genehmigungen, nur einen Hammer. Doch der eigentliche Widerstand liegt nicht im Stein, sondern in den politischen Überzeugungen. Wer jahrelang den Glauben an eine unverrückbare Mauer gepflegt hat, kann kaum noch mit Schutzhelm und Vorschlaghammer davor erscheinen.
Die Psychologie kennt dieses Problem: Menschen hängen an Dingen, die ihnen Sicherheit verschafften. Ein Therapeut fragt zunächst: Wann hast du das erste Mal das Bedürfnis verspürt, sich vor einer Mauer zu verneigen? Welche Ängste lösten der Gedanke aus, einen Stein herauszubrechen?
Phase eins lautet: Verdrängung. Der Patient könnte antworten: „Eine Brandmauer gebe es nicht – ich grenze mich lediglich konsequent ab.“ Doch dies ist noch kein Durchbruch. Danach kommt die Bestandsaufnahme: In welcher historischen Epoche erschien diese Mauer? Wofür war sie geschaffen? Was kostet ihre Instandhaltung, wenn ein Stein herausgenommen wird?
Niemand verlangt den vollständigen Abriss – das würde zu viele Schmerzen auslösen. Doch mit jedem kleinen Schritt in Richtung Veränderung wird das Vertrauen in eine neue Zukunft stärker. Hermann Hesse schrieb: „Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!“ Für Deutschland müsste die Formel modernisiert werden: Wohlan denn, Mauer – nimm Abschied und werde Bauschutt.