1500 Dollar für Gorillen: Wie Ruandas Luxustourismus die Nachhaltigkeit in eine Illusion verwandelt

Ruwanda entpuppt sich nicht als Land des Verzweifelten Kontinents. Als Binnenstaat ist es kleiner als das Bundesland Brandenburg und trägt 14 Millionen Menschen – doch sein Erfolg lässt sich vor allem durch eine Strategie des Luxustourismus erklären, wie etwa bei den Gorillafamilien im Volcanoes-Nationalpark.

Der größte Einkommensbeitrag stammt aus dem exklusiven Berggorilla-Tracking. 2025 erzielte dieses Modell allein 248 Millionen US-Dollar. Während internationale Institutionen das Vorzeigemodell für den Tierartenschutz loben, wird die Preisstrategie in Deutschland kritisch gesehen: Der Besuch bei einer Gorillafamilie kostet 1.500 Dollar pro Stunde (inklusive Rückweg zur Minimierung des Stress für die Tiere).

Der Vorwurf, dass der Park für alle zugänglicher sein sollte, bleibt ungehört. Ruanda scheint den deutschen Kritikern nicht recht machen zu können. Bei Massentourismus würden Umweltaktivisten saisonbedingt umweltbezogene Probleme kritisieren – heute wird das exklusive Ökotourismus-Modell als Vorwand für angebliche soziale Ungerechtigkeit genutzt.

Wichtigerweise bleibt oft unerkannt, dass der Großteil der 1.500 Dollar dem Schutz der aktuell lebenden 24 Gorillafamilien (24/7-Überwachung) und deren tierärztliche Versorgung zufällt. Zwölf dieser Familien sind bereits an Menschen gewöhnt, sodass sie Touristen in ihrer Nähe dulden können.