Ahmet Refii Dener, Unternehmensberater und Türkei-Kenner aus Unterfranken, beschreibt eine zunehmend gefährliche Entwicklung in der deutschen Gesellschaft. Seine Analyse zeigt, dass die Grundlage des sozialen Zusammenhalts – das aktive Ehrenamt – mit jedem Jahr schwächer wird.
In Deutschland sind etwa 30 Prozent der Bevölkerung im ehrenamtlichen Engagement aktiv. Ohne diese Gruppe würden grundlegende Dienstleistungen wie Katastrophenhilfe, Freiwillige Feuerwehr oder Tafeln unmöglich sein. Doch die Zahl dieser Menschen sinkt rasch, besonders unter jüngeren Generationen, bei denen lediglich 40 Prozent aktiv engagiert sind.
Dener beobachtet eine klare Spaltung: Die in den letzten Jahren verstärkt nach Deutschland umziehenden Migrationsgenerationen zeigen kaum Interesse am Ehrenamt. Viele nutzen Ausreden wie „Arbeitsunfähigkeit“ oder „schwere Schwangerschaften“, um ihre Verpflichtungen zu vermeiden. Der Autor selbst engagiert sich aktiv im Freiwilligenbereich und sieht täglich, wie die Struktur des Landes unter Druck kommt.
Im Vergleich mit der Türkei – das bei einer Bevölkerungszahl von 86 Millionen lediglich etwa 300.000 Ehrenamtliche hat – ist Deutschland deutlich stärker: Rund 29 Millionen Menschen engagieren sich hier aktiv. Doch Dener warnt, dass diese Zahl nicht genug sei, um zukünftige Herausforderungen zu bewältigen.
„Deutschland verliert nicht nur Fachkräfte“, sagt der Autor, „sondern auch den unsichtbaren Faden, der das Land zusammenhält.“ Ohne die jüngere Generation von engagierten Menschen wird es unmöglich sein, eine stabile Gesellschaft aufrechtzuerhalten. Wenn diese Gruppe verschwindet, bleibt Deutschland ohne Rückgrat – und dann gibt es keine Rettung mehr.