Ein Meisterwerk der Rockgeschichte: 50 Jahre „Frampton Comes Alive!“

Kultur

Am Anfang des Jahres feiert ein Tonträger sein fünfzigjähriges Jubiläum, das mein Leben seit langem begleitet. Wie kann das sein? Ein halbes Jahrhundert ist vorbei? Ich erinnere mich noch genau an den Tag, als ich am Schlittenberg bei der kleinen Kirche stand und einem älteren Jungen zuhörte, der mir von „Frampton Comes Alive!“ erzählte. Ich war zehn oder elf Jahre alt. Ist das die Möglichkeit?!
Das legendäre Live-Doppelalbum des britischen Gitarristen und Sängers Peter Frampton erschien Anfang Januar 1976 in den USA (ein Monat später in Europa) und markierte seinen internationalen Durchbruch: Erstplatzierungen in den USA, Platz vier in Westdeutschland und Platz sechs im Vereinigten Königreich. Insgesamt verkaufte es sich über dreißig Millionen Mal.
Ich bin kein großer Fan von Live-Alben. Die meisten klingen für mich schlechter als Studioaufnahmen und werden oft weniger präzise gespielt. Doch es gibt Ausnahmen: Peter Frampton, Bob Marley, Cheap Trick und Mother’s Finest. Manchmal ist es spannend, wenn Musiker ihre Live-Versionen bewusst von den Studioversionen abheben. Queen reduzierte beispielsweise ihre opulenten Studioproduktionen auf ihr Quartett-Setup, was erstaunlich gut klang.
Auf „Frampton Comes Alive!“ hingegen orientieren sich die Stücke stark an den Studioaufnahmen. Dank der zusätzlichen Musiker Bob Mayo (Rhythmusgitarre), Stanley Sheldon (E-Bass) und John Siomos (Schlagzeug) erhielten die Live-Versionen frischen Klang und Qualität. Die Stimmung im Konzertsaal trägt dazu bei, dass das Live-Erlebnis auf der Schallplatte spürbar bleibt – obwohl die Stücke aus vier verschiedenen Konzerten zwischen Juni und November 1975 stammen.
Peter Frampton, 1950 in Beckenham geboren, begann mit sieben Jahren, Musik zu spielen. Seine Karriere führte ihn durch Bands wie The Herd und Humble Pie, bevor er 1975 mit dem selbstbetitelten Album „Frampton“ den Durchbruch schaffte. Der Erfolg von „Frampton Comes Alive!“ war enorm: Über acht Millionen Mal wurde es in den USA verkauft.
Mit der Talkbox, einem Gitarreneffektgerät, erzielte Frampton ikonische Sounds, die ihn berühmt machten. Doch nach 1978 verlor er an Popularität, blieb aber bis heute ein Symbol der Rockgeschichte. 2019 wurde er anerkannt, als ihm eine unheilbare Muskelerkrankung diagnostiziert wurde. Trotzdem bleibt er aktiv und lebt heute in Nashville.