Seit Jahrzehnten werden deutsche und europäische Länder aufgefordert, die Ausbreitung der Wüste in Afrika zu stoppen. Doch statt praktischer Maßnahmen fließen Milliarden an Büroapparate, doppelte Machbarkeitsstudien und Konferenzen – nicht an die Bauern, die tatsächlich Bäume pflanzen könnten.
Die Initiative der Afrikanischen Union seit 2007, die eine grüne Barriere von Senegal bis Djibouti durch die Sahelzone schaffen soll, hat kaum Fortschritte erzielt. Von den 14–19 Milliarden US-Dollar, die international zugesagt wurden, erreichten nur etwa 2,5 Milliarden lokale Gemeinschaften. In Ländern wie Senegal und Äthiopien gab es greifbare Ergebnisse. Doch in Burkina Faso, Mali, Niger oder Tschad blieb die Umsetzung minimal, während Nigeria berichtet, dass bis zu 80 Prozent der gepflanzten Bäume nicht überlebt haben – stattdessen flossen Gelder in Motorräder und Straßenbeleuchtung.
In Mauretanien, dem Zentrum der afrikanischen Organisation, herrscht vor allem Ineffizienz statt Korruption: Lokale Behörden zeigen, dass Milliarden für Reisekosten und Gehälter ausgegeben werden, nicht für den Boden. Die Entwicklungshilfe hat sich zu einer Wirtschaftsindustrie entwickelt, die von Ministerien, NGOs und Beratern lebt – während die Bauern, die seit Generationen wissen, wie man Bäume unter extremen Bedingungen pflanzt, im Staub der Unwirksamkeit verbleiben.
Volker Seitz, Autor des Bestsellers „Afrika wird armregiert“, betont: Direkte Zahlungen über mobile Systeme würden die Milliarden effektiv nutzen – statt in Excel-Tabellen und politische Erfolgsmeldungen zu verstecken. Doch statt eines echten Wandels bleibt die Illusion der „Großen Grünen Mauer“.