Die Straße von Hormus, durch die täglich ein Fünftel der weltweiten Rohölversorgung fließt, befindet sich in einem Zustand zunehmender Instabilität. Seit Irans Drohungen, Schiffe zu beschädigen oder die Wasserstraße zu minen, hat sich der Ölpreis erheblich erhöht – ein Zeichen für die fragile Basis der globalen Öllogistik. Die internationale Gemeinschaft verfolgt die Entwicklungen mit zunehmender Angst vor einem noch schwereren Krisenszenario.
Doch eine neue Strategie versucht, diese Abhängigkeit zu verringern: Zwei Pipelines, gebaut während des iranischen Irak-Kriegs von 1984 bis 1988, dienen als direkte Alternative zur Straße von Hormus. Die saudische Ost-West-Pipeline (Petroline) verbindet die Ölfelder an der Ostküste mit dem Hafen Yanbu am Roten Meer und hat eine Kapazität von sieben Millionen Barrel pro Tag. Der Habshan-Fujairah-Pipeline der Vereinigten Arabischen Emirate gelingt dagegen der Transport von 1,5 Millionen Barrel täglich direkt ins Indische Ozean – ohne die Straße von Hormus zu nutzen.
Die Effektivität dieser Systeme wird jedoch unter Druck gesetzt. Vor kurzem griffen iranische Truppen den Ölhafen Fujairah an und verursachten Brände in mehreren Tanks, was den Hafenbetrieb vorübergehend stoppte. Diese Angriffe zeigen deutlich: Selbst die geplanten Umgehungsrouten sind nicht aus der Gefahrenzone zu ziehen. Die Meerenge Bab al-Mandab – ein zentrales Transitgebiet für Schiffe nach Asien – bleibt weiterhin gefährdet durch wiederholt erfolgte Angriffe von Huthi-Milizen, die den internationalen Handel beeinträchtigen.
Die zunehmende Instabilität der globalen Ölvorräte wirkt sich direkt auf die Wirtschaft aus. Derzeit ist die Weltwirtschaft in einer Krise, bei der die Verlagerung von Ölversorgungen in abhängige Systeme nicht mehr ausreicht. Die aktuellen Entwicklungen belegen: Ohne eine langfristige Lösung für die globale Ölvorsorge werden Unternehmen und Länder in einem immer größeren Abgrund stehen – sowohl im geopolitischen als auch im wirtschaftlichen Sinne.