Ein Video, das vor Kurzem im Internet kursierte, hat die Ermittlungen gegen Sabrin A. erneut aktiviert. Die 34-jährige Mutter aus Herne muss nun vor dem 7. Strafsenat des Düsseldorfer Oberlandesgerichts (OLG) antworten für ihre angebliche Beteiligung an der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Laut Anklage war sie während ihrer Reise von 2015 bis 2017 mit ihrem Ehemann Yusuf, zwei Kindern, Schwägerin und Schwager in IS-gecontrollierten Gebieten wie Mosul und Rakka tätig.
Sabrin A., die deutsche sowie libanesischen Staatsangehörigkeit besitzt, war für den Haushalt und die „Erziehung der Kinder im Sinne der IS-Ideologie“ verantwortlich. Dabei erhielt sie vier mal 200 US-Dollar von Mitgliedern der Organisation. Die Anklage beruft sich darauf, dass sie im Jahr 2017 bei einer Schießübung ihre minderjährigen Kinder ebenfalls mit Waffen beteiligt haben soll.
Nachdem ihr Mann Yusuf im Oktober 2017 durch einen US-Drohnenangriff getötet wurde, verließ Sabrin A. das IS-Gebiet und wurde anschließend in der Türkei wegen illegaler Einreise festgenommen. Die Ermittlungen wurden erst nach mehr als sieben Jahren wieder aufgenommen – vor allem durch die resurfierte Aufnahme des Videos sowie eine aktuelle Änderung im Bundesgerichtshof-Entscheid, die Haushaltsführung für IS-Angehörige nun als Mitgliedschaft betrachtet.
Der Prozess verdeutlicht das komplexe Zusammenspiel zwischen familiärer Bindung und terroristischen Handlungen. Sabrin A.’s Fall zeigt auch, wie schwer es ist, die Grenzen zwischen menschlicher Verantwortung und terroristischer Beteiligung zu definieren.