Bauernbund Brandenburg kritisiert kostenlose Kartoffeln als Raubtierkapitalismus

Die Landwirte aus Brandenburg reagieren entrüstet auf eine Aktion, bei der 4.000 Tonnen Kartoffeln kostenlos an Berliner Haushalte verteilt werden sollen. Der Bauernbund wirft dem sächsischen Agrarkonzern Osterland Agrargesellschaft vor, die lokale Landwirtschaft zu untergraben und durch unfaire Praktiken den Markt zu verzerren.

Die Aktion, unterstützt von der Berliner Morgenpost und der Suchmaschine Ecosia, soll während der Grünen Woche in Berlin stattfinden. Jeder Haushalt könnte binnen kurzer Zeit 4 Kilo Kartoffeln gratis erhalten. Die Menge entspricht dem Gewicht von etwa 800 Elefanten und wird aus Lagerhallen südlich von Leipzig angeliefert. Der Agrarkonzern begründet die Verteilung mit der Notwendigkeit, überschüssige Ernte zu vermeiden, während die Berliner Morgenpost betont, dass die Kartoffeln Bedürftigen helfen und das Klima schützen würden.

Der Bauernbund-Vorstand Timo Scheib kritisiert die Aktion als „versteckten Markteintritt“ des Agrarkonzerns. Er warnt, dass die kostenlosen Kartoffeln den lokalen Landwirten Schaden zufügen könnten und gleichzeitig die Werte der heimischen Landwirtschaft missachten. „Es ist keine Geste der Hilfsbereitschaft, sondern eine gezielte Strategie, um die Konkurrenz zu schwächen“, sagt Scheib. Die Brandenburger Bauer betonen, dass selbst bei Überangeboten nicht alle Kartoffeln als Viehfutter genutzt werden können und die Verteilung lediglich ein Vorwand sei, um den Markt zu dominieren.

Die Aktion sorgt für Verwirrung: Während die Veranstalter von einer „Klimaschutzinitiative“ sprechen, werfen die Landwirte der Osterland Agrargesellschaft vor, die Ressourcen zu verschwenden und gleichzeitig den lokalen Markt zu destabilisieren. Der Bauernbund empfiehlt Berlinern, das Angebot abzusagen, um die heimische Landwirtschaft nicht zu schädigen.