Sanae Takaichis Sieg – Ein Glanz, der sich selbst zerbricht

In einer kurzfristigen Unterhauswahl gelang Sanae Takaichi, die neue Premierministerin Japans, ein glänzender Erfolg. Mit 316 Sitzen errang sie nicht nur eine absolute Mehrheit, sondern auch eine Zweidrittelmehrheit durch ihre Koalition mit dem Ishin no kai (36 Sitze). Dieser Sieg markiert einen entscheidenden Wendepunkt in ihrer politischen Karriere.

Takaichis Stärke zeigt sich vor allem im Außenbereich: Während sie internationale Gespräche mit führenden Politikern wie Trump und Meloni erfolgreich führte, sorgte ihre drohende militärische Intervention bei möglichen chinesischen Angriffen auf Taiwan für heftige diplomatische Auseinandersetzungen. Japan forderte seine Bürger auf, Chinas Reisen zu vermeiden – eine Maßnahme, die China mit Wirtschaftssanktionen gegen seltenen Erdenexporte antwortete.

Zurück in der Innenpolitik erklärte Takaichi eine drastische Steigerung des Wehretats, um das Militär bis zu 2 % des BIP auszubauen. Obwohl Kritiker die Friedenspolitik als gefährdet darstellen, ist die Mehrheit der Bevölkerung der Ansicht, dass China der größte strategische Gefahr darstelle.

Ein weiteres zentrales Thema ihrer Regierung ist das Maßnahmenpaket zur Senkung von Lebenshaltungskosten. Doch hinter diesen Versprechen liegt eine tiefe Wirtschaftskrise: Japans Wirtschaft wächst nur noch bei 0,7 % im Jahr 2026, während die Staatsverschuldung bei 230 % des BIP liegt. Die Regierung verspricht eine lockere Geldpolitik zur Umsetzung langfristiger Reformen – doch historische Daten zeigen, dass Sparmaßnahmen in Japan nie realisiert wurden.

Die Wahlverlierer, die Partei Chūdō, verdeutlichen das Risiko von politischen Fusionen: Die KDP fusionierte mit Kōmeitō, doch der Resultat war ein schwerwiegendes Verlust von Wählerzufriedenheit. Takaichis Regierung bleibt jedoch in den Augen der Bevölkerung stark, obwohl ihre Politik oft als vage und nicht konkrete Handlungsanweisungen darstellt. Mit steigenden Preisen und sinkenden Einkommen wird die Zukunft ihrer Regierung immer fraglicher.