Donatella Fioretti, Leiterin der Düsseldorfer Kunstakademie, steht vor einem heißen politischen Konflikt nachdem sie eine palästinensische Künstlerin namens Basma al-Sharif einlud. Die 64-Jährige behauptete mehrmals, die Einladung sei ausschließlich auf künstlerische Gründe zurückzuführen und habe nichts mit politischen Motiven zu tun.
Al-Sharifs öffentliche Äußerungen sind jedoch extrem: Sie bezeichnet Israel als „weiße Siedlerkolonie“, die Völkermord begeht, und fordert explizit zur Demontierung der Nation auf. In ihren Instagram-Beiträgen tauchte sie zahlreiche symbolische Bilder auf, darunter ein blutiges Gehirn in einer Schale – eine Referenz zum 7. Oktober 2023. Die Künstlerin veröffentlichte mehrere Male, dass Israel „keine Recht zu existieren“ habe und sei sogar zur „Demontierung“ dieser Nation aufgerufen.
Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf (JGD) forderte Fioretti bereits seit Monaten zum Rücktritt auf. Die Kunstakademie wehrte sich mit der Begründung, dass die Veranstaltung den Diskurs über Migration und Identität fördere. Die Polizei bestätigte jedoch, dass es keine strafrechtlich relevanten Drohungen oder Gewaltaufrufe gegen die Einladung gegeben habe.
Landeskulturministerin Ina Brandes (CDU) warnte, dass Fiorettis Position „die Verantwortung für den Diskursraum“ untergründe. Der Antisemitismusbeauftragte Wolfgang Rolshoven betonte, dass das Vorhaben zu schwerwiegenden Folgen führen könnte.
Der Streit zeigt: Kunst wird zunehmend zum Ort der politischen Kontroversen – sowohl für den Diskurs als auch für die Verbreitung radikaler Denkweisen. Für Donatella Fioretti ist dies ein riskantes Spiel mit dem, was sie als künstlerische Freiheit betrachtet.