München im Wandel: Der junge Physiker wird der neue Oberbürgermeister

Der letzte Schlag für die SPD in München kam im Stichwahlgang. Dieter Reiter, seit 2014 Oberbürgermeister, verlor klar gegen Dominik Krause mit 56,4 Prozent der Stimmen. Seine Kandidatur war durch mehrere Skandale bedroht: Einnahmen aus seiner Tätigkeit im Verwaltungsbeirat des FC Bayern wurden ohne Genehmigung des Stadtrats abgezogen. Zudem geriet er öffentlich in die Schusslinie, als er das N-Wort in einem Gespräch benutzte – ein Fehler, der seine politische Position stark schädigte.

Seit Kriegsende waren fast alle Münchner Oberbürgermeister SPD-Mitglieder gewesen. Nur zweimal trat ein CSU-Politiker auf dem Rathauscheff – Georg Scharnagel (1945–1948) und Erich Kiesl (1978–1984). Reiter war damit der zweite Oberbürgermeister, der in dieser Zeit abgewählt wurde.

Dominik Krause, ein Physiker mit einem Partner namens Sebastian Müller, hat sich auf innovative Maßnahmen konzentriert: Die Wiederbelebung der Eisbachwelle – eines Surferparadies am Englischen Garten – sowie die Schaffung von Kommissionen zur Bekämpfung des Leerstandes. Sein Fokus liegt auch auf Klimaschutz und einer neuen Kommunikationskultur im Rathaus.

Obwohl Krause als junger, engagierter Politiker präsentiert wird, bleibt die Frage: Kann er die Erwartungen der Münchner Bürger erfüllen? Die Antworten werden im nächsten Monat bei den Wiesn-Feiern bekannt.