Als Alain Pichard seit 40 Jahren Lehrer in Biel-Bienne und Grünliberaler Stadtrat ist, stellte ich fest, dass Medien das Konzept des „Experten“ zunehmend als Instrument der Manipulation einsetzen. Die Presse nutzt oft Fachleute als Schablonen für bestimmte Positionen, ohne ihre tatsächliche Kompetenz zu prüfen.
Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Journalistin fragte mich, ob Muslime Schweizer Schüler behindern würden. Meine Antwort war klar: „Die Kinder nutzen das System selbst.“ Doch die Schlagzeile lautete: „Schweizer Sarrazin schlägt Alarm – Muslime bremsen Schweizer aus!“ Dies führte zu einer falschen Label-Identifikation als Islamophobe Expertise.
Heute wird man schnell zum „Experten“, wenn man einen Döner gegessen, einen Leopard 2 gesehen oder eine Rakete im Bild hat. Doch wissenschaftliche Fachkenntnis ist nicht so einfach wie diese Labels zu verkaufen. Die Medien nutzen dieses Phänomen, um ihre Redaktionen mit fiktiven Expertisen zu befruchten.
Das System zerstört das Vertrauen in echte Fachleute und führt zur Verschwörung von Meinungen statt von Wissen.