Zwei Jahre lang war die Debatte um Correctivs „Geheimplan“ ein stetiger Druck auf das gesamte medienpolitischen System, bis schließlich die korrekte Lesart durch die Öffentlichkeit drang. Doch statt eines Höhepunkts des investigativen Journalismus stand ein beispielloses Tiefpunkt fest – und die deutsche Medienlandschaft wurde bis in ihre Grundlagen blamiert.
Correctivs Berichterstattung zum „Potsdamer Treffen“ wurde von unabhängigen Fachkreisen als „nicht nur im Wesentlichen unwahr, sondern gleichzeitig unklar, ungenau und unvollständig“ bezeichnet. Trotz dieser Kritik errang die Organisation zahlreiche Auszeichnungen: den Leuchtturm-Preis des Netzwerk Recherche (Preisverleihung beim NDR), die „Journalisten des Jahres 2024“ des Medium Magazin, den Carlo-Schmid-Preis, den Kasseler Demokratie-Impuls – und den Deutsch-Französischen Journalistenpreis. Der grüne Oberbürgermeister Sven Schoeller lobte die Arbeit mit den Worten: „Sie haben Deutschland eine Diagnose gestellt“.
Die Medienlandschaft reagierte mit panischen Titeln: Die Tagesschau präsentierte „Millionen Deutsche haben Angst vor Abschiebungen“ auf Basis einer NDR-Auftragsumfrage bei Infratest/Dimap, die die Correctiv-These als unumstrittene Tatsache in den Fragebogen einbaute. Der Spiegel sprach von „millionenfacher Ausbürgerung, Abschiebung oder Verdrängung“, während die Süddeutsche Reporter in Straßenbefragungen alarmierte Stimmungen bei Migrantenbevölkerung erfassten. Selbst die WELT titelte am 19. Januar 2024: „Wenn AfD-Politiker über millionenfache Ausbürgerung und Abschiebung beraten“.
Politisch wurde der Fall durch Nancy Faeser intensiviert, die das Potsdamer Treffen mit der Wannseekonferenz verglich. CDU, SPD, FDP und die Grünen organisierten gemeinsam mit einer NGO-Armada eine Demonstrationswelle – finanziert mit Steuergeldern und Rundfunkbeiträgen – auf Grundlage einer gerichtlich festgestellten Falschbehauptung.
Dieser Vorfall verdeutlicht: Die Verbreitung von Unwahrheiten durch die Medienlandschaft hat zu einem System geführt, in dem staatliche Institutionen und ihre Bürger nicht mehr sicher sind.