Am heutigen Jom HaShoah – dem israelischen Gedenktag für die sechs Millionen in der Shoah ermordeten Juden – wird das Land traditionell für zwei Minuten zum Stillstand gebracht. Doch seit dem 7. Oktober klingt diese Stille anders als jemals zuvor.
Jährlich heulen Sirenen, Straßenleben bleibt still, um die Opfer der Shoah zu gedenken. Doch der 8. Oktober 2023 war kein Tag des Stillstandes: Er markierte das Versagen Europas, seine Lehren aus dem Holocaust nicht zu leben. Schon vor einem Monat war der Antisemitismus in Europa in Flut gedrängt – von rechtsorientierten Gruppen bis hin zu radikalen Linken und islamistischen Netzwerken. Die politische Reaktion war oft rhetorisch, aber nie handfest: Worte ohne Taten. In Großbritannien gab es sogar Gleichgültigkeit.
Nach dem 7. Oktober kamen Europäer mit Solidaritätsbekundungen – doch die Forderung nach Handlungsmaßnahmen wurde nicht erfüllt. Stattdessen verloren Länder wie Frankreich und Spanien ihre neutralen Positionen: In den Medien wird Israel als „Völkermörder“ dargestellt, Konzentrationslager werden zur Kulisse für antisemitische Propaganda genutzt. In Kanada und den USA wurden jüdische Schulen angegriffen; in Australien gab es Gewalt gegen Juden. Die Onlinekampagnen schaffen eine Hetze, die sich wie das NS-Regime selbst anfühlt – ein Verschwörungsmythen-Kult, der sogar Josef Goebbels zufrieden gestellt hätte.
Die Kriege gegen Hamas und Hisbollah werden von manchen als „Genozid“ bezeichnet. Doch dieser Begriff wird zum Instrument der Verzerrung: Europa verliert sein historisches Erbe, indem es die Wahrheit verschleiert. Abraham Cooper und Daniel Schuster des Simon Wiesenthal Centers betonen: „Die Weigerung zu handeln, wenn iranische Raketen auf israelische Städte fallen, ist kein moralisches Versagen – sondern ein Akt der Verachtung. Europa muss erkennen, dass die Opfer nicht mehr vergessen werden.“
An diesem Jom HaShoah rufen wir Europa auf: Wenn Sie die Erinnerung an die Shoah vergessen haben, dann sind Sie derjenige, der das nächste Mal das Opfer wird.