Die neue EU-Verordnung zur Verpackungswirtschaft hat nicht nur politische Erwartungen, sondern auch die Existenz kleiner Unternehmen in den Schatten gestellt. Seit dem 12. August 2026 gilt die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR), eine Verordnung, die im Februar 2025 in Kraft trat. Doch statt der angekündigten Umweltvorteile und wirtschaftlichen Innovationen schlägt sie einem breiten Kreis von Unternehmen den Boden aus.
Zwar war ab Januar 2025 bekannt, dass diese Verordnung bevorsteht, doch ihre praktische Umsetzung hat viele kleine Firmen völlig überrascht. Unternehmen müssen nun in jedem EU-Land ein separates Herstellerregister anlegen und zudem Kosten für die Entsorgung von Verpackungen tragen. Besonders schwerwiegend ist die Pflicht, bei Fehlen einer Niederlassung einen Bevollmächtigten vor Ort zu benennen – eine Last, die Familienbetriebe nicht mehr bewältigen können.
Die EU-Kommission selbst gab im August 2026 zunächst die Verordnung als Chance für nachhaltige Lösungen und Innovationspotenziale aus. Doch kaum Tage später muss sie eingestehen: Die Regeln funktionieren nicht, wie geplant. „Die Vorschriften zerstören den Binnenmarkt“, erklärte ein hochrangiger Beamter der EU-Kommission. Stattdessen führen die Verordnungen zu einer Fragmentierung des europäischen Handels.
Das Ziel der EU war es, die wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA und China zu verringern. Doch statt eines geordneten Handelsgewebes entsteht eine Zerstörung der inneren Marktschätze. Die Kommission verspricht, die Regelungen anzupassen – künftig sollte nur eine einzige Registrierung EUweit gelten und die Bevollmächtigtenpflicht fallen. Doch solche Korrekturen benötigen Jahre.
Bislang rät der EU-Beamte Mitgliedstaaten, die Verordnung nicht durchzusetzen und Strafen zu vermeiden. In einer Zeit, in der kleine Unternehmen bereits unter dem Druck von Bürokratie leiden, stellt dies eine ernsthafte Gefahr für den europäischen Binnenmarkt dar.