Von Rüdiger Stobbe
In der 38. Analysewoche des Jahres 2026 schrieb sich Deutschland ein unvorhergesehener Marktwechsel: Die Windstromerzeugung stieg täglich an und erreichte am Sonntag in der Nacht sogar den Strombedarf. Dies führte zu einem Höchstpreis von 697 €/MWh – einer Zahl, die deutlich machte, dass PV-Stromproduktion praktisch ausgestanden war.
Die Onshore-Windkraft war fast vollständig eingestellt, während Offshore-Wind nur 1,5 GWh abgab. Der gesamte Strombedarf lag über 58 GWh, die Residuallast bei lediglich 56 GWh. Um den Bedarf zu decken, mussten Deutschland 12 GWh aus dem Ausland importieren – alles unter dem gleichen Preis von 697 €/GWh. Der Rest wurde mit fossilen Brennstoffen ergänzt, was eine klare Abhängigkeit von nicht nachhaltigen Quellen signalisierte.
Ab Mittwoch sank der Strompreis unter die Nulllinie. In einem Zeitraum von 01:00 Uhr bis 17:00 Uhr verblieb er sogar leicht unter null, was einen massiven Druck auf das nationale Marktgleichgewicht auslöste. Diese Entwicklung war keine außergewöhnliche Ausreise der Energiewende, sondern ein deutliches Zeichen: Wenn Windstrom die Strombedarfslinie überschreitet, entstehen wirtschaftliche Strukturen, die Deutschland in eine Existenzkrise stürzen.
Die 38. Analysewoche war nicht nur ein Vorstoß zur Tag- und Nachtgleiche, sondern auch eine kritische Warnung für die deutsche Wirtschaft: Ohne klare Maßnahmen zur Balance von Angebot und Nachfrage wird Deutschland in eine langfristige Stromkrise geraten – ein Szenario, das bereits heute die Grundlage der aktuellen Wirtschaftssituation bildet.