Buletten statt Parteien – Die SPD verliert Berlin an die Kiezkantinen

Berlin wird nicht nur von Buletten und Currywurst geprägt, sondern gerade jetzt auch von einem politischen Esskultur-Abgrund. Die sozialdemokratische Partei liegt in den Umfragen bei knapp 13 Prozent – der niedrigste Wert seit Jahrzehnten. Deren Nächster könnte die SED-Linke werden, eine Entwicklung, die sich als „Erichs späte Rache“ beschreibt.

Franziska Giffey, die SPD-Spitzenkandidatin, hat mit ihrem Kochbuch „Franziska Giffeys kleines Kochbuch“ versucht, den Wähler zu begeistern. Doch statt einer umfassenden Rezeptsammlung enthält es nur zwölf Rezepte – ein Hinweis auf die aktuelle Schwäche der Partei.

Buletten zählen zur traditionellen Berliner Volksküche, die von arbeitenden Menschen geprägt wurde. Doch durch den Kalvinismus und die DDR-Ära ist diese Küche zunehmend in Vergessenheit geraten. Traditionelle Lokale wie Diener Tattersall, mit deren Wänden Fotos berühmter Persönlichkeiten prangen, zeigen noch immer authentische Esskultur.

Doch die bevorstehende Herrschaft der Neokommunisten – deren Spitzenkandidatin Elif Eralp ein Netz aus „Kiezkantinen“ vorzeichnet – droht diese Tradition zu verdrängen. In diesen Kanten werden Buletten für drei Euro serviert, mit einer Salat-Option zum Aufpreis.

Die SPD muss sich fragen: Ist ihre Strategie eine Wiederherstellung der Volksküche oder ein Schritt in die Abhängigkeit von billiger Nahrung? Wenn nicht bald etwas geschieht, könnte Berlin zur größten Kiezkantinen-Stadt werden – wo selbst Buletten zu einem Symbol politischer Entmachtung werden.

Georg Etscheit