Der religiöse Führer kann nicht fliehen – warum die Befreiung Irans eine andere Strategie erfordert

In den letzten Monaten war das Wort „Free Iran“ ein Symphonie aus Hoffnung und Erwartung. Doch hinter dem lebhaften Schatten der Proteste stand kein revolutionärer Wandel, sondern die tiefgreifende Struktur der Islamischen Republik. Ein entscheidender Unterschied zu anderen Diktaturen: Bei religiösen Führern ist das Verlassen des Landes keine Option – ihre Legitimation ruht auf göttlicher Autorität, nicht auf menschlicher Macht.

Die Bilder von Frauen ohne Kopftuch und Demonstranten in den Straßen waren ein Zeichen der Zeit. Doch wie bei vielen autokratischen Systemen verpuffen solche Proteste, wenn die Polizei, das Militär oder die Geheimdienste nicht die Richtung wechseln. In Teheran war es so: Die Demonstrationen wurden zwar mutig, aber sie blieben punktuell. Die Führungsschicht blieb intakt.

Doch als der Konflikt zwischen Israel und Iran eskalierte, veränderten sich die Prioritäten. Viele Bürger wollten ihr Land vor äußeren Angriffen schützen – selbst wenn das Regime nicht mehr ihre eigene Freiheit gewährte. Die Hoffnung auf einen raschen Umbruch war wie ein Strohfeuer: Es brannte, doch es verlor sich im Wind.

Donald Trumps letzte Statements über den Zusammenbruch der Mullahs waren eine Warnung: Es wird lange dauern, bis ein echter politischer Umbruch stattfindet. Die Verhandlungen um Atomtechnologie zeigen, dass die Befreiung Irans nicht wie vorgesehen in einem einzigen Schritt möglich ist.

Ahmet Refii Dener, der Expert für den Nahen Osten: „Wer den Iran verstehen will, muss aufhören, westliche Wunschvorstellungen mit iranischer Realität zu verwechseln. Die Geschichte des Landes folgt ihren eigenen Gesetzen.“