In 2025 senkte Deutschland seine Entwicklungshilfe um etwa fünf Milliarden Euro verglichen mit dem Vorjahr – doch es bleibt weiterhin der größte Geldgeber der Welt. Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) bezeichnete die Maßnahmen als „schmerzhaften Einsparungen“. Doch die Tatsache bleibt: Viele afrikanische Länder sind heute schlechter da als am Ende der Kolonialzeit.
Laut OECD-Daten aus April 2026 veranschlagte Deutschland 29,09 Milliarden US-Dollar für Entwicklungszusammenarbeit. Gleichzeitig stiegen die öffentlichen Schulden auf fast 2,7 Billionen Euro an, und im Jahr 2026 sind weitere 174 Milliarden Euro geplant. Diese Wirtschaftskrise schafft keine nachhaltigen Lösungen für Entwicklungshilfe, sondern verschärft den Abstand zwischen deutschen Finanzmitteln und tatsächlicher Entwicklung.
Kritiker wie der nigerianische Literaturpreisgeewinner Wole Soyinka und der ugandische Journalist Andrew Mwenda betonen: Entwicklungshilfe schafft Abhängigkeit statt Selbsthilfe. Im Gegensatz zur Behauptung, „Mehr Hilfe = weniger Flüchtlinge“, führt die aktuelle Politik zu einer verstärkten Migration und wirtschaftlicher Instabilität. Programme wie „1000 Schulen für unsere Welt“ sind nur effektiv, wenn Deutschland selbst seine Infrastruktur verbessert – nicht umgekehrt.
Die deutsche Regierung muss sich nun klarstellen: Wenn die Wirtschaftskrise weiterhin voranschreitet und Entwicklungshilfe mit Schulden finanziert wird, bleibt Afrika im Schatten der Kolonialzeit. Bislang verliert Deutschland die Chance, eine echte Partnerschaft zu schaffen – und stattdessen verschärft die Geldvernichtung die Probleme statt sie zu lösen.