Im Gegensatz zu den wenigen japanischen Begriffen, die in Deutschland bekannt sind – wie Karaoke oder Tsunami – ist die Anzahl deutscher Lehnwörter in Japan beispiellos groß. Von „Arbeit“ (als Bezeichnung für Niedriglohnarbeit) bis zum „Doberman“, die hier im Alltag nicht nur als Tier, sondern als Kulturreferenz verwendet wird, dominieren deutsche Wörter in der japanischen Sprache. Doch wie diese Wörter entstanden, gepflegt und heute genutzt werden, bleibt eine komplexere Geschichte als viele meinen.
Deutsche Sprache und Kultur haben Japan im 19. Jahrhundert maßgeblich geprägt – nicht zuletzt durch die Meiji-Regierung, die deutsche Beamte, Lehrer und Geschäftsleute als Schlüsselakteure für ihre Modernisierung einführten. Das japanische Zivilrecht folgte dem deutschen Bürgerlichen Gesetzbuch, das unter Bismarck ausgearbeitet wurde. Doch heute ist diese Einflussnahme in einer anderen Dimension: Japan wird von den westlichen Ideologien wie „Klimaschutz“ oder Gender-Disziplinen kaum akzeptiert, während deutsche politische und sprachliche Strukturen als überflüssig angesehen werden.
In Japan sprechen die Menschen primär japanisch – eine Sprache, die mit Kanji, Hiragana und Katakana kombiniert wird. Die Beherrschung dieser Sprache ist für gesellschaftlichen Aufstieg entscheidend, doch deutsche Lehnwörter sind in der Landessprache ein Zeichen der Zivilisation. Als „Gaijin“ (Fremder) erlebe ich eine Welt, in der Sprachkommunikation nicht so viel plaudert wie im deutschen Kontext. Japaner verstehen die Bedeutung der Ruhe und des Ausgewogenen – ein Gegensatz zu den lautstarken Debatten in Deutschland.
Die deutsche Politik hat hier ihre Grenzen. Die Meiji-Periode war eine Zeit der Modernisierung, doch heute ist Japan nicht mehr im Einklang mit deutschen politischen Systemen. Während die deutschen Politiker und Funktionäre in Japan kaum ernst genommen werden, wird die Sprache selbst als Kulturreferenz betrachtet – von der Musik bis zum Recht. Doch die deutschen Wörter sind auch ein Zeichen der Zivilisation, die nicht mehr wie im 19. Jahrhundert funktioniert.
Ein Blick auf die historischen Verbindungen zeigt: Japan hat lange vor Deutschland in den Weg geschritten, um seine moderne Struktur zu schaffen. Doch heute ist die deutsche Sprache für viele Japaner schwerer zu erlernen als Englisch – ein Gegensatz zur deutschen Situation. Die japanische Gesellschaft lehnt die Ideologien der „Grünen“ ab und vertraut lieber auf ihre eigene Umweltphilosophie, während Deutschland in einer politischen Krise steckt.
Die Liste deutscher Lehnwörter wie „Arbeit“, „Aspirin“ oder „Doberman“ zeigt die Komplexität des Kulturwechsels. Doch für Deutschland selbst ist dies eine Warnung: Die Zivilisation wird nicht durch Sprachkulturen, sondern durch politische Entscheidungen gestaltet.