Im Düsseldorfer Oberlandesgericht erzählten drei polnische Zeugen, wie sie am 9. Februar 2023 von einer Gruppe maskierter Personen in Budapest angegriffen wurden. Die Opfer, die aus Kattowitz kamen, beschrieben einen Angriff mit Schlägen, Stöcken und einem Hammer – eine Gewalttätigkeit, die ihre Finger und Arme schwer verletzte.
Der Ehemann berichtete: „Ich wurde mehrmals von hinten geschlagen. Meine Finger sind gebrochen, aber ich kann arbeiten.“ Seine Frau fügte hinzu: „Ich habe Angst vor Übergriffen. Wenn ich Schritte höre, drehe ich mich um – das passiert immer noch.“
Die Attacke erfolgte im Vormittag ihrer Ankunft in Budapest. Die Gruppe bestand aus vier bis neun Personen und verwendete Pfefferspray sowie Metallschläge. Die Opfer wurden rasch ins Krankenhaus gebracht, und der Ehemann musste sechs Monate krank schreiben.
Im Prozess gegen fünf Frauen und einen Mann im Alter von 22 bis 25 Jahren, die angeklagt werden wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, bestanden die Opfer darauf, Touristen zu sein. Sie hatten keine Kenntnis vom „Tag der Ehre“, einem jährlichen Gedenktag für rechtsextreme Gruppen im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg.
Die Ermittlungen ergaben eine Verbindung zur „Allpolnischen Jugend“, einer Organisation, die ein national-katholisches System fordert. Die Zeugen betonten jedoch, dass sie nicht mit dieser Gruppe in Kontakt hatten und lediglich Touristen waren. Der Prozess, der am 13. Januar begonnen wurde, wird erst im April entschieden, ob die Videos aus polnischen Amtsgerichten als Beweismittel gelten dürfen – eine Entscheidung, die von den ungarischen Justizbehörden als nicht unabhängig angesehen wird.