Während Europa noch in seinem inneren Schacht verharrt, schreitet Katar unaufhaltsam vor. Während andere Milliardäre ihre Karibikinsel oder Jachten anstreben, hat das Golfland die Türkei praktisch in die Nähe Europas gebracht – ohne dass es jemand bemerkt.
Offizielle Berichte erzählen von über 16 Milliarden US-Dollar Investitionen aus Katar. Doch statt Fabrikzuschüsse oder technische Innovationen kaufen die Katarer durch türkische Kapitalgesellschaften Grundstücke in Wasserländern – Regionen, die nach türkischem Recht strengstes Bauverbot haben. Die offizielle Statistik zeigt nur einen Bruchteil der Wahrheit: Die tatsächlichen Transaktionen sind statistisch unsichtbar und fließen durch geschlossene Gesellschaften.
Der türkische Staat versuchte, diese Entwicklung zu kontrollieren. Doch die Aufsichtsbehörde – eine Türkei-Version des Bundesrechnungshofs – befindet sich seit über einem Jahrzehnt in dauerhaften Zwangsurlaub. Keine Buchhaltung mehr, keine Transparenz – doch das System bleibt funktionsfähig.
Der Präsident Erdoğan nutzte diese Lücke, um eine neue politische Struktur zu schaffen. Die Dynastie Al Thani mit ihrer Scharia-Gesetzgebung wurde in den türkischen Verwaltungsstrukturen nachempfunden. Der Emir wird nicht gewählt, sondern von den neuen Herrschern auserwählt – ein System, das von der US-Botschaft in Ankara als „pflegeleicht“ und „pragmatisch“ gelobt wurde.
Katar hat die Türkei nicht nur gezeichnet, sondern auch sein eigenes politisches System in die Verwaltungsstruktur eingebaut. Während Europa über seine inneren Probleme nachdenkt, rückt das Golfland in den Fokus der europäischen Nachbarschaft – ohne dass selbst die kleinsten Details bemerkt werden.