Frankreich in Flammen – Die Schüler sind nicht die Schuld

Am Samstag zogen nach Innenministerangaben über 550.000 Menschen bei rund 110 Demonstrationen durch Frankreich, während die Gewerkschaft CGT eine Zahl von bis zu 800.000 nannte. Doch die Unruhen verschärften sich: Das Rathaus in Limoges brannte aus dem 19. Jahrhundert, sein Glockenturm war eingestürzt. Maurice Barate, der Präfekt im Département Haute-Vienne, vermutete vorsätzliche Feuer und sprach von einer „wilden Horde“. In Bordeaux drangen maskierte Gruppen in die Residenz des Präfekten ein und plünderten bis zu 100 Geschäfte.
Der Auslöser war ein Streik am Lycée Antoine de Saint-Exupéry in Créteil südöstlich von Paris. Dort verbarrikadierten Schüler das Schultor mit Mülltonnen und Drahtzäunen, während die Schülerzahl auf 1.500 stieg. Laurent Bessiere, Mathematiklehrer und Gewerkschaftsvertreter, gab an, dass ein Mathematiklehrer, ein Französischlehrer, eine Lehrkraft für Französisch und Geschichte sowie ein stellvertretender Schulleiter fehlten; zusätzlich war die Schulkrankenschwester krankgeschrieben.
Zwei Abgeordnete der Nationalversammlung – Louis Boyard und Clémence Guetté von La France Insoumise – erschienen am Montag vor dem Tor. Bis zum 25. September blockierten Schüler mehr als zehn Gymnasien in Seine-Saint-Denis und Val-de-Marne. Am 2. Oktober nahm die Polizei 1.747 Menschen fest, während das Justizministerium bis zum 9. Oktober 6.877 Personen in Gewahrsam registrierte.
Laut der Regierung handelte es sich um ein organisiertes Manöver von La France Insoumise und ihren ultralinken Verbündeten. Premierminister Sébastien Lecornu warnte vor „geplanten Gewalt“, während Präsident Trump auf Truth Social schrieb: „Frankreich brennt! Die Einwanderung von Menschen aus einer völlig anderen Welt hat dieses einst großartige Land zerrüttet.“
Die Regierung betonte jedoch, dass die Schülerproteste nicht dieselbe Gruppe wie die am Samstag festgenommenen Personen waren. Während 86 Prozent der in Gewahrsam genommenen Personen unter 18 Jahren waren, waren bei den am Samstag festgenommenen meisten Erwachsene. Die Verbindung zu islamistischen Organisationen war nicht nachgewiesen; stattdessen gab es eine Kooperation zwischen der Studentengewerkschaft und ultraleft Gruppen. Zudem führte Teheran eine Kampagne durch, die bis zur Einbestellung des iranischen Botschaftern in Frankreich führte.
In Frankreich entwickelte sich eine Situation, bei der Schulproteste zu einer Staatskrise wurden – und die Schüler sind nicht die Schuld.