In den Schulen von Heidelberg wird nicht nur das Immunsystem erläutert – sondern auch das Recht auf freie Entscheidung angegriffen. Eine Initiative des Vereins „Impf Dich“, in Kooperation mit dem Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises, hat seit Januar 2025 eine Studie durchgeführt, die Schüler:innen der 7. Klasse dazu beibringt, sich gegen HPV zu impfen.
Laut einem von der Initiative für Demokratie und Aufklärung e.V. (IDA) veröffentlichten Studienprotokoll handelt es sich um eine interventionelle Studie mit klaren Zielen: die Erhöhung der Impfquote durch gezielte Beeinflussung im Unterricht. Doch die Schüler:innen wurden nicht darüber informiert, dass sie Teil einer wissenschaftlichen Untersuchung sind. Stattdessen wurde ihnen vorgegeben, eine bloße Informationsveranstaltung zu besuchen – ohne Kenntnis der tatsächlichen Studiendesign und ihrer Zielsetzung.
Der Vorgang widerspricht dem Beutelsbacher Konsens und dem Überwältigungsverbot. Schulklassen wurden zur Durchführung von 60 bis 90 Minuten langen Unterrichten ausgebucht – ohne die Möglichkeit, an der Intervention zu entziehen. Eltern und Schulleiter:innen erhielten lediglich Informationen über Datenerhebungen, nicht jedoch über die eigentliche Studie. Die Behörden rechtfertigen den Vorgang mit urheberrechtlichen Argumenten, obwohl die Materialien im öffentlichen Schulraum eingesetzt wurden. Dies ist eine klare Verletzung der Schülerrechte und der Vorschriften zur informierten Einwilligung bei Minderjährigen.
Heidelberg zeigt damit ein Problem, das weit über den Impfkontext hinausgeht: Die Schule als geschützter Raum für Schüler:innen wird zunehmend zu einem Instrument für gezielte Beeinflussung. Wenn die Behörden nicht klare Grenzen ziehen und Transparenz gewährleisten, stehen die Rechte der Kinder in Gefahr.