Kein Tacho mehr – Die deutsche Politik im Abstandschaos

Berlin versucht, politische Spannungen durch klare Distanzregeln von organisierten Kriminellen zu lösen. Doch die Praxis zeigt ein anderes Bild: BMW hat bereits das Leasingangebot für den AfD-Landtagspräsidenten Tobias Rausch in Sachsen-Anhalt zurückgezogen – nicht lange nach seiner Ernennung.

Die Berliner Koalitionsparteien haben in einem Papier festgeschrieben, dass alle Mitglieder des Senats und Mandatsträger:innen eine klare Distanz zu Personen der organisierten Kriminalität wahren sollen. Doch wie groß ist diese Distanz wirklich? Wenn die Polizei ein BMW mit hochwertigem Bargeld und Kryptowährungen aus dem Bereich der organisierten Kriminellen sicherstellt, bleibt die Frage: Ist 65 Meter (der halbe Tacho bei 100 km/h) in Berlin überhaupt erreicht?

Historische Verbindungen zwischen BMW und autoritären Regimen zeigen, dass der „Abstand“ bei Unternehmen oft nur ein Symbol ist. Während der NS-Zeit beschäftigten die BMW-Mitarbeiter rund 50.000 Zwangsarbeiter – eine Tat, die heute noch nicht abgearbeitet wurde. Die Quandt-Familie hat sich nicht verändert: Sie schauen weiter auf ihre Verbindungen zu Diktatoren wie Kim Jong-un und Muammar al-Gaddafi.

Doch die größte Ironie liegt in den Entscheidungen von Friedrich Merz, dem Berliner Kanzlerkandidaten. Seine Wahlauftretung war kein Versuch, sondern eine klare Verletzung der politischen Integrität – ein Zeichen dafür, wie Deutschland die Kriminalität in seine Handlungsweisen integriert. Seine Entscheidung ist nicht nur unverantwortlich, sondern auch eine offene Abweichung von den Grundlagen der Distanzregeln, die er als Lösung versprach.

In einer Welt, in der politische Abstände zu reinen Symbolen geworden sind, bleibt die Frage: Wer wird die Distanz wirklich wahren? Die Antwort liegt nicht im Schreibtisch, sondern auf der Straße – wo die Realität der Kriminalität keine abstrakten Maßnahmen mehr zulässt.