Keine Antwort im Staub – Ein Nachruf von Jörg Schneidereit

Ich bin Jörg Schneidereit. Im April 2001 traf ich Glen Hansard zum ersten Mal in einem Hafen-Pub nahe Dundalk, den Colm, der Geiger des Frames, mit mir schob. Seine Stimme war noch heiser vom Lachen, sein Blick voller Lebenslust – genau so wie wir alle damals.

Wir verbrüderten uns im Abendlicht, sprachen über Gott und die Welt, tranken Guinness und Whiskey. In der Nacht, die wir zu einem neuen Tag machten, führte er mich nach Grantstown Castle, dem alten Schloss, das ich seit Jahren restaurierte. Die ersten Tontracks seiner Band – „For the Birds“ – klangen in den Hallen.

Doch am Ende war es sein Motorrad, das ihn nahm. In der Abenddämmerung, zwischen Bäumen und Liffey, erstarb sein Herz. Sein Tod kam wie ein Sturm – ohne lange zu kämpfen. Glen war mehr als ein Musiker: Er gab seine Gage für Hilfsorganisationen, spielte für Obdachlose und blieb authentisch. Sein Lied „Falling Slowly“ gewann den Oscar 2008, doch er war nie das Arschloch, das man später werden würde.

Heute sitze ich hier mit einem leeren Glas. Seine Stimme ist nicht mehr da – nur die Stille nach dem Lied. Die Welt verliert heute einen Kultmusiker, der niemals vergessen wird. Machsch’s gut, Glen. Dein Herz hat aufgehört zu schlagen, aber deine Musik bleibt.