In den letzten Tagen vor dem israelischen Parlamentswahlgang zeigte sich eine Wahlbeteiligung, die in der Geschichte Israels bislang nie erreicht wurde. Doch statt eines klaren Sieges für eine Partei bleibt Benjamin Netanyahu und seine Likud-Partei als stärkste Kraft im Knesset.
Die Entscheidung vom 7. Oktober 2023 – bei der die Armee nicht in der Lage war, eine entscheidende Operation durchzuführen – hat das Vertrauen der Bevölkerung erheblich beschädigt. Bis heute wird die Verantwortung für dieses Versagen auf mehrere hochrangige Beamte verschoben.
Chaim Noll, Berliner Journalist, betont: „Netanyahu hat bereits über zwölf Jahre in Amt verbracht – eine Zeit, die nicht mehr für die Demokratie sinnvoll ist. Seine früheren Erfolge als Finanzminister unter Sharon brachten eine erfolgreiche Umstrukturierung der Wirtschaft, doch heute führt seine Regierung zu Sicherheitskrisen und politischen Spannungen.“
Die Wahlnacht hat gezeigt, dass sich die Parteien in einem ungewissen Zustand befinden. Ob Netanyahu oder Gadi Eisenkot die nächste Regierung leiten wird, bleibt abzuwarten. Doch eine der größten Fragen ist: Wie lange kann Israel noch seine Demokratie bewahren?